Bahn fehlen riesige Beträge durch säumige Zahler

- Hamburg - Der Deutschen Bahn AG entstehen regelmäßig Verluste in zweistelliger Millionenhöhe durch Konkurrenten, die ihre Rechnungen zu spät oder überhaupt nicht bezahlen. Wie die dpa aus Bahnkreisen erfuhr, betragen die Außenstände derzeit knapp 19 Millionen Euro. Dabei geht es um Kosten für die Nutzung der bahneigenen Einrichtungen. Im Unternehmen wird jetzt überlegt, wie die Konkurrenz auf der Schiene zu besserer Zahlungsmoral veranlasst werden kann.

<P>Allein rund ein Viertel der fehlenden Gelder entfällt nach den vorliegenden Informationen auf den Norden. Ursache ist der Zusammenbruch der Unternehmen NVAG und Flex. Flex hatte nur acht Monate lang den Personenverkehr auf der Strecke Hamburg - Flensburg betrieben und musste dann Insolvenz anmelden. Ähnlich erging es der NVAG im Güterverkehr. "Erst hat uns Flex mit einem wirtschaftlich nicht haltbaren Angebot aus dem Markt gedrängt, und jetzt sitzen wir auf den unbezahlten Rechnungen", heißt es bei der Deutschen Bahn. "Als Flex in erste Schwierigkeiten geriet, haben wir sogar noch mit Lokführern und Wagenmeistern ausgeholfen." Die Bahn-Manager schließen nicht aus, dass das Unternehmen auf einem Minus in Millionenhöhe sitzen bleibt.</P><P>Die Bahn möchte jetzt die Verträge mit den Mitbewerbern verschärfen und das interne Controllingsystem verbessern. Jedoch unterliegen veränderte Vertragsbedingungen der Aufsicht des Eisenbahnbundesamtes in Bonn. Dort liegen bislang nach Auskunft eines Sprechers keine entsprechenden Unterlagen vor. Grundsätzlich aber werde es Ziel der Behörde sein, auf eine Gleichbehandlung und "einen diskriminierungsfreien Zugang" aller Unternehmen zu achten. Die Bahn- Führung geht davon aus, "dass dazu auch gehört, dass jeder seine Rechnung bezahlt". Zugleich hofft die Bahn auf "mehr Rücksicht und Sorgfalt der Landesregierungen bei der Vergabepraxis der Schienenverbindungen. Wir würden uns wünschen, wenn die Länder neue und in diesem Geschäft möglicherweise unerfahrene Unternehmen ein wenig mehr an die Hand nehmen würden."</P><P>Derzeit gibt es rund 280 Eisenbahn-Verkehrsunternehmen, die auf deutschen Schienen fahren. Darunter sind auch Firmen für Güterverkehr sowie Bauunternehmen, deren Fahrzeuge für den Schienenverkehr zugelassen sind. Insgesamt sind rund rund 70 Millionen so genannte Trassenkilometer an Eisenbahnunternehmen vergeben, die nicht zur Deutschen Bahn AG gehören. 1998 waren es noch 13,3 Millionen Kilometer. Ein Trassenkilometer wird errechnet aus der Streckenlänge und der Zahl der dort verkehrenden Züge pro Jahr.</P>

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