Bahn findet Einigung mit Transnet und GDBA

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Berlin (dpa) - Parallel zum Streit mit der Lokführergewerkschaft GDL hat sich die Bahn mit den beiden größeren Gewerkschaften Transnet und GDBA auf Eckpunkte für ein neues Bezahlungssystem geeinigt. Bis Ende 2010 sollen alle Beschäftigten mindestens zehn Prozent mehr Lohn und Gehalt bekommen.

Das sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn am Donnerstag in Berlin. Darin ist das schon vereinbarte Plus von 4,5 Prozent zum 1. Januar enthalten. Darüber hinaus sollen Verbesserungen von rund vier Prozent in eine differenziertere Bezahlung etwa nach Grad der Belastung fließen. Dafür wurden sechs Funktionsgruppen definiert, wobei jene für Lokführer vorerst offen gelassen wurde. Darüber solle die GDL verhandeln, mit der die Bahn am Montag zusammenkommen will.

Mit der gefundenen Struktur sei für die GDL "eine Tür offen", in Verhandlungen über Entgelte und Arbeitszeiten für Lokführer eintreten könne, "ohne sich präjudiziert zu fühlen", sagte Mehdorn. Er gehe davon aus, dass die Tarifeinheit im Konzern dadurch erhalten und eine Beruhigung der erhitzen Stimmung erreicht werden könne. Transnet-Chef Norbert Hansen sprach von einem Beitrag, den Konflikt zwischen Bahn und GDL zu entschärfen. Es sei nicht selbstverständlich, dass der GDL nun vorerst das Feld für die Fragen sämtlicher Lokführer überlassen werde, obwohl ein Drittel davon nicht bei ihr organisiert sei. Wenn mit der GDL keine Verständigung gelinge, würden Transnet und GDBA kurzfristig darauf dringen, auch die Lokführerbelange zu regeln.

Das neue Tarifsystem solle auf Basis der vereinbarten Eckpunkte im ersten Halbjahr 2008 abgeschlossen werden, sagte Hansen und GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel. Das System besteht aus einem Basistarifvertrag mit Regelungen, die für alle Beschäftigten gleichermaßen gelten. Dazu kommen sechs spezifische Tarifverträge, etwa für Lokführer, Service oder Instandhaltung. Die nun vereinbarten Entgeltsteigerungen sind in Vorgriff auf künftige Lohnrunden bis 31. Dezember 2010 zu verstehen, wobei sich Transnet und GDBA aber konkrete Forderungen vorbehalten. Die Verhandlungen über das neue Tarifsystem waren vor etwa zwei Jahren begonnen worden.

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