Bahn fürchtet Streik

Berlin - Wenige Tage vor Ablauf des Streikverzichts der Lokführergewerkschaft GDL im Tarifkonflikt bei der Bahn wirbt der Konzern nachdrücklich für erneute Verhandlungen. "Es muss in dieser Woche noch zu einem Gespräch kommen", sagte Bahn-Personalvorstand Margret Suckale.

Die Managerin verteidigte das am Dienstag an die GDL übersandte Angebot zur Grundlage für weitere Verhandlungen. Suckale: "Wenn man sich näher damit beschäftigt, ist es alles andere als eine Provokation. Denn es schafft ja genau das, was auch die GDL eigentlich für ihre Mitglieder erreichen sollte, nämlich mehr Geld in die Tasche der Mitarbeiter."

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer hatte das Angebot der Bahn zurückgewiesen und die Drohung mit Streiks im Oktober bekräftigt. Sie sieht sich nur noch bis diesen Sonntag an eine mit dem Schienenkonzern vereinbarte Friedenspflicht gebunden.

Die Bahn hatte der GDL unter anderem angeboten, den bereits mit den größeren Gewerkschaften Transnet und GDBA gefundenen Abschluss mit 4,5 Prozent Einkommensplus zu übernehmen. Ein "andersartiger Tarifvertrag" für die GDL sei aber weiterhin nicht akzeptabel.

Derweil ist die Bahn mit der angekündigten Erhöhung der Bahnpreise bei Oppositionspolitikern auf Kritik gestoßen. Der Parteichef der Grünen, Reinhard Bütikofer, nannte die geplante Preiserhöhung in der "Bild" eine "glatte Provokation". Die Bahn hat angekündigt, zum 9. Dezember die Preise für Einzelfahrscheine und Zeitkarten der 2. Klasse um durchschnittlich 2,9 Prozent zu erhöhen.  mm/dpa

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