Bahn heiß auf Fracht der Brenner-Brummis

- München - Die Tiroler Brummi-Sperre lässt die Bahn rotieren. Das Güterbahn-Unternehmen Railion (Ex-DB Cargo) liebäugelt für die Brennertrasse mit täglich bis zu 16 zusätzlichen Zügen. Wenn sich die Tiroler Landesregierung durchsetzt und das Güter-abhängige Fahrverbot für Lkw kommt, wird ein Transport-Kapazität von 600 Laster-Ladungen frei.

<P>Diese Frachtmenge - fast ausschließlich für die Schiene geeignete Güter - wollen Railion und seine Kooperationspartner Rail Cargo Austria und Trenitalia auf die Gleise holen. Zusammen bilden sie seit einem Jahr die Brenner-Rail-Cargo Allianz (BRC).<BR>Die mögliche Neuverteilung des Güterverkehrs über den Brenner passt dem Deutsche-Bahn-Ableger ins Konzept, wollte er in den Alpen der Straße doch ohnehin den Kampf ansagen: auf den Schweizer Trassen Gotthard und Lötschberg, und mit der BRC eben am Brenner, der zweitgrößten Güterachse über die Alpen.<BR><BR>Aus noch einem Grund kommt die Sperr-Drohung im Inntal der BRC gelegen: Sie trifft fast zeitgleich auf erste eigene Erfolge. Durch die Allianz habe man die Pünktlichkeit der Güterzüge auf der Strecke München-Verona erheblich steigern können, sagt Geschäftsführer Franz Weppner. Während Railion auf anderen Strecken "ziemliche Qualitätsprobleme" einräumen musste, sprich unpünktlich war, und viele Speditionskunden eine Rückkehr auf die Straße forderten, stieg die Pünktlichkeit über den Brenner von teils unter 20 Prozent vor zwei Jahren auf nun 76 Prozent.<BR><BR>Entschieden wird der Verdrängungskampf zwischen Bahn und Lkw auf der Brenner-Achse womöglich von Gerichten. Landeshauptmann Herwig van Staa ist fest entschlossen, ein Fahrverbot für Lkw durchzusetzen, die Steine, Autos, Holz, Abfälle, chemische Stoffe oder auch Baustoffe transportieren. Die Verordnung ist vom Europäischen Gerichtshof per einstweiliger Verfügung gestoppt worden. Ein Termin für eine endgültige Entscheidung steht noch nicht.<BR><BR>Railion plant derweil, sein Engagement in Italien auszuweiten. Eine 30-Prozent-Beteiligung an der italienischen Bahn RTC ist kartellrechtlich genehmigt, der Abschluss für Januar vorgesehen. Mit RTC und anderen Gesellschaften betreibt Railion Lokomotion, ein Unternehmen das ebenfalls Güter über den Brenner transportiert. Gespräche mit weiteren italienischen Bahnen laufen. "In Italien schließen wir vom Kauf bis zur losen Allianz nichts aus", sagt Railion-Chef Klaus Kremper.<BR><BR>Bleibt das kleine Problem "Umspannen": Erst 2005 werden Mehrsystem-Loks grenzüberschreitend fahren, es fehlen die Lizenzen.<BR></P><P> </P><P> </P><P> </P><P> </P>

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