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Das Kartellamt sorgt für mehr Wettbewerb beim Ticketverkauf.

Kartellamt machte Druck

Bahn bekommt Konkurrenz: Mehr Wettbewerb beim Ticketverkauf

Bonn/Berlin - Die Bahn macht Zugeständnisse, im Gegenzug wird das Missbrauchsverfahren gegen den Konzern eingestellt. Die Deutsche Bahn bekommt Konkurrenz.

Zugreisende kommen künftig leichter an Tickets von Konkurrenten der Deutschen Bahn. Sie können Fahrscheine von Bahn-Wettbewerbern beispielsweise in vielen Bahnhofsläden kaufen, teilte das Bundeskartellamt mit. Dies war bisher oft über Klauseln in den Mietverträgen ausgeschlossen.

Die Aufsichtsbehörde hatte Anfang 2014 ein Missbrauchsverfahren gegen die Bahn eingeleitet. Nun habe der Konzern zahlreiche Zusagen gemacht, erklärte das Kartellamt.

Das Missbrauchsverfahren sei eingestellt, betonte die Bahn. Die Lösung bringe allen Beteiligten nun mehr Rechtssicherheit. Die neuen Vertriebsregeln erleichterten auch den Verkauf von Fernverkehrstickets der Deutschen Bahn über Wettbewerber.

Konkurrenz besonders im Nahverkehr

Kartenverkaufsprovisionen für die Bahn und ihre Konkurrenten werden laut Kartellamt durch die neuen Regelungen vereinheitlicht und überwiegend gesenkt. Entsprechende Zusagen der Bahn habe die Behörde für verbindlich erklärt.

In dem Verfahren sei es um "Behinderungspraktiken der Deutschen Bahn gerade beim Vertrieb" gegangen, erklärte Kartellamtschef Andreas Mundt. Diese Praxis sei nun beendet. "Wettbewerb auf der Schiene setzt Wettbewerb beim Vertrieb - das heißt bereits beim Fahrkartenverkauf - voraus", sagte Mundt. Starke Konkurrenz hat die Bahn vor allem im Nahverkehr.

dpa

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