Bahn kündigt Qualitätsoffensive an

Berlin - Nach überstandener Konjunkurflaute und trotz der jüngsten Pannenserie fährt die Bahn wieder auf Wachstumskurs. Das Unternehmen kündigte zudem eine Qualitätsoffensive an.

Umsatz und Gewinn sind im ersten Halbjahr deutlich gestiegen, wie Vorstandschef Rüdiger Grube am Mittwoch in Berlin berichtete. Mit Blick auf die massiven Zugausfälle im Winter und die Probleme mit defekten Klimaanlagen im Juni und Juli kündigte er eine Qualitätsoffensive an. Die Bhan hat nach seinen Worten inzwischen an mehr 5.600 Fahrgäste, die in überhitzten Zügen saßen, 374.000 Euro an Entschädigung ausgezahlt. Der Konzernumsatz stieg im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als 1,8 Milliarden Euro oder 12,8 Prozent auf 16,1 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) lag bei 846 Millionen Euro, was einem Plus von 26,1 Prozent entspricht. Grube äußerte sich zufrieden und sagte, die guten Zahlen seien Ergebnis der anziehenden Konjunktur und einer verbesserten Kostenstruktur.

Umsatzplus im Güterverkehr - Minus bei DB Regio

Für das Umsatzplus sorgten überwiegend Zuwächse der Sparten Transport und Logistik bei DB Schenker. Nach deutlichen Rückgängen durch die Wirtschaftskrise stieg der Umsatz im ersten Halbjahr um 1,6 Milliarden Euro. Der Umsatzzuwachs im Personenverkehr blieb mit 87 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr eher bescheiden. Er resultierte auch aus dem um rund 30 Prozent gestiegenen Fahrgastaufkommen während des Flugverbotes wegen der Vulkanasche. Im Fernverkehr erzielte die Bahn ein Umsatzplus von 5,7 Prozent. Bei der DB Regio (Regional- und Nahverkehr) sank der Umsatz dagegen um 29 Millionen Euro. Hier wirkten sich die Angebotseinschränkungen bei der S-Bahn Berlin GmbH aus. Die DB-Tochter konnte nach teils selbst verschuldeten Pannen deutlich weniger Züge bereitstellen, erhielt deswegen geringere Bestellerentgelte von den Ländern und erzielte geringere Fahrgeldeinnahmen.

Vier Millionen weniger Reisende

Die Zahl der Passagiere stieg im Fernverkehr leicht (plus 1,9 Prozent), sank aber im Bereich der DB Regio (Regional- und Nahverkehr) um 0,7 Prozent. Hauptgrund für den Rückgang sind nach Angaben der Bahn in den Vorjahren verlorene Ausschreibungen. Insgesamt beförderte die Bahn auf der Schiene im ersten Halbjahr 954 Millionen Fahrgäste. Das sind vier Millionen Reisende weniger als im Vorjahreszeitraum. Zwtl: Hitze-Opfer erhielten 374.000 Euro Zu den jüngsten Ausfällen der Klimaanlagen erklärte Grube, es habe sich um eine Kombination aus störanfälliger Technik, extremer Witterung und einer fehlenden Zug-Reserve gehandelt. Letztere sei das Ergebnis der nötig gewordenen zusätzlichen Wartungen und des Austauschs von Radsätzen, wodurch weniger Züge für den Verkehr auf der Schiene bereitständen. “Die Klimatisierungs- und Radsatzproblematik in den ICE bestätigen uns in unserem Bemühen, unser 'Brot- und Buttergeschäft' zu verbessern“, sagte Grube.

đänk ju weri matsch, Deutsche Bahn!

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Um ähnliche Vorfälle zu vermeiden, will die Bahn in den nächsten Jahren in bessere Technik investieren sowie eine Kunden- und Qualitätsoffensive starten. “Am Anfang habe ich immer geschmunzelt, wenn man sagte, die Bahn habe vier Feinde, nämlich alle Jahreszeiten. Heute weiß ich, dass da vieles dran ist“, sagte Grube. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) monierte, wegen der Pannenserie bekämen die Fahrgätse schon seit über einem Jahr nicht die Leistung, für die sie bezahlen. Da die derzeitigen Fahrgastrechte diesen dauerhaft unbefriedigenden Zustand nicht abdecken können, fordern wir als Konsequenz von der DB AG, die Fahrpreise zum Fahrplanwechsel im Dezember zu senken“, erklärte die Bahnreferentin Heidi Tischmann.

dapd

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