Vertrag Ende Juni ausgelaufen

Lokführergewerkschaft GDL droht mit Streiks

Berlin - Im festgefahrenen Tarifstreit mit der Deutschen Bahn hat die Lokführergewerkschaft GDL Streiks angekündigt.

Es sei ein Punkt erreicht worden, an dem die Verhandlungen nicht weiterkämen, Streiks seien deshalb der "nächste Schritt", sagte GDL-Sprecher Stefan Mousiol am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Es gebe dafür aber noch keinen Zeitplan.

Die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn wurden am Mittwoch nach der dritten Runde ergebnislos ausgesetzt. Der Konzern hatte erstmals ein Angebot vorgelegt, das eine Einmalzahlung für die rund 20.000 Lokführer für das zweite Halbjahr vorsah. Zugleich forderte die Bahn die GDL und die mit ihr konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgesellschaft (EVG) auf, gemeinsam Spielregeln für die Tarifverhandlungen festzulegen.

Hintergrund ist ein Machtkampf der Gewerkschaften, welche von ihnen für welche Mitarbeitergruppe des Konzerns die Verhandlungen führen darf. Bisher war klar geregelt, dass die GDL für die rund 20.000 Lokführer verhandelt und die EVG für rund 140.000 weitere Angestellte. Die GDL will künftig aber das gesamte Zugpersonal vertreten, die EVG auch die Lokführer. Gespräche über eine Festlegung der Zuständigkeiten und ein mögliches Kooperationsabkommen waren am Montag gescheitert.

Mit dem am Mittwoch vorgelegten Angebot der Bahn sei die GDL "nicht glücklich", sagte Mousiol. Dieses sehe für die rund 20.000 Lokführer für das zweite Halbjahr eine Einmalzahlung in Höhe von 350 Euro vor, teilte die Bahn mit. Die GDL habe die Tarifmacht, auch andere Mitarbeitergruppen zu vertreten, und wolle dies auch wahrnehmen. Die von der Bahn vorgeschlagene Kooperationsvereinbarung, die Spielregeln für die Tarifverhandlungen festlegen sollte, hätte die Tariffreiheit eingeschränkt, ergänzte er.

AFP

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