Stau auf der S-Bahn-Stammstrecke und Störung bei Höllriegelskreuth

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Bahn und Lokführergewerkschaft GDL wieder am Verhandlungstisch

Berlin - Im Tarifstreit bei der Bahn haben der Konzern und die Lokführergewerkschaft GDL nach wochenlanger Eskalation erstmals wieder gemeinsam über Lösungswege ohne neuerliche Streiks verhandelt. Bahnchef Hartmut Mehdorn und der GDL-Vorsitzende Manfred Schell kamen am Montag in Berlin zusammen, um Möglichkeiten für eine Annäherung auszuloten.

Er sei "wie immer optimistisch", sagte Mehdorn. Schell sagte mit Blick auf seine Erwartungen: "Die Hoffnung stirbt zuletzt."

Die GDL hatte in eine vorerst einzige Verhandlungsrunde eingewilligt, um zu klären, ob für ihre Kernforderung nach einem "eigenständigen Tarifvertrag" eine gemeinsame Definition mit der Bahn erreichbar ist. Andernfalls droht Bahnreisenden ein möglicherweise unbefristeter Arbeitskampf.

An dem Treffen nahmen für die Bahn neben Mehdorn unter anderem Personalvorstand Margret Suckale und Finanzvorstand Diethelm Sack teil. Für die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) kamen außer Schell auch die Vize-Vorsitzenden Claus Weselsky und Günther Kinscher. Die jeweiligen Delegationen zogen sich am Nachmittag zeitweise zu getrennten Beratungen zurück. Es war die erste offizielle Tarifverhandlung zwischen beiden Seiten seit dem 19. Juli. Sollte keine Einigung über den Begriff "eigenständiger Tarifvertrag" gefunden werden, drohen wieder massive Streiks auf der Schiene.

Mehdorn sagte der "Bild"-Zeitung (Montag), die Bahn sei der GDL "schon sehr weit entgegengekommen". Die Gewerkschaft könne "für die Belange aller Lokführer selbstständig Tarifverhandlungen über Entgelte und Arbeitszeiten führen, diese spezifischen Tarifverträge abschließen und sogar kündigen". Im Rahmen eines einheitlichen Gesamt-Tarifgefüges sei durchaus Vielfalt möglich.

Er bezog sich damit auf ein neues Tarifsystem, auf das sich die Bahn in der vergangenen Woche mit den größeren Gewerkschaften Transnet und GDBA geeinigt hatte. Unter einem Basis-Tarifvertrag für 135000 Beschäftigte des Konzerns soll es demnach einzelne Tarifverträge für sechs Tätigkeitsgruppen geben. Jenen für Lokführer könnte dabei die GDL aushandeln. Die Bahn besteht aber darauf, dass sich GDL, Transnet und GDBA untereinander abstimmen. Sonst könnten sich die Gewerkschaften in ihren Forderungen aufschaukeln. Zudem wurden mit Transnet und GDBA Einkommenszuwächse von mindestens zehn Prozent bis Ende 2010 vereinbart.

Die GDL hatte mehrfach betont, Regelungen zu Einkommen und Arbeitszeit vollkommen unabhängig von Transnet und GDBA verhandeln zu wollen. "Wir wollen einen wirklichen eigenständigen Tarifvertrag und keine Worthülse", hatte Schell gesagt. Das jüngste offizielle Bahn-Angebot von Ende November hatte er in diesem Punkt scharf kritisiert. Zudem fordert die GDL Einkommenszuwächse von mindestens zehn Prozent. (dpa)

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