Bahn für Millionen Pendler noch teurer

- Berlin - Das Bahnfahren wird im kommenden Monat für Millionen Pendler teurer. Das Bundesverkehrsministerium gab der Deutschen Bahn die Erlaubnis, die Preise im Nahverkehr um durchschnittlich 3,6 Prozent zu erhöhen. Die Neuregelung tritt mit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember in Kraft. Betroffen sind mehr als 1,9 Millionen Menschen, die täglich mit den Nahverkehrszügen der Bahn unterwegs sind. Mit dem neuen Fahrplan steigen außerdem die Preise im Fernverkehr um 3,1 Prozent.

Begründet werden die höheren Preise vor allem mit den gestiegenen Energiepreisen. Im Genehmigungsverfahren für die Nahverkehrs-Pläne legten jedoch 13 von 16 Bundesländern Widerspruch ein, weil ihnen diese Begründung nicht ausreichte. Nur Hamburg stimmte zu, Hessen und das Saarland enthielten sich. Über diesen Widerspruch setzte sich das Bundesverkehrsministerium nun "nach eingehender juristischer Prüfung" hinweg, indem es das fehlende Einvernehmen der Länder ersetzte.

Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums betonte, dass der Antrag der Bahntochter DB Regio nur aus rechtlichen Gründen hätte abgelehnt werden können. Solche Gründe hätten aber nicht vorgelegen. Das Verkehrsministerium hatte der Bahn bereits im vergangenen Jahr gegen den Widerspruch der Länder eine Erhöhung der Nahverkehrs-Tickets genehmigt. Damals stiegen die Tarife um 4,1 Prozent.

An den jüngsten Preiserhöhungen hatte es massive Kritik gegeben. Verkehrsexperten äußerten die Vermutung, dass die Bahn weniger wegen der gestiegenen Energiepreise, sondern zur Rettung ihrer Börsenpläne die Preise anheben müsse. Im Nahverkehr fährt die Bahn mit Gewinn, im Fernverkehr mit Verlust.

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