Bahn: Offener Fernbus-Markt bedroht ICE-Netz

Berlin - Die Liberalisierung des Markts für Fernbusse könnte nach Angaben der Deutschen Bahn zu einer Ausdünnung des ICE-Netzes führen.

"Wenn etwa Strecken dann nur noch unwirtschaftlich betrieben werden können, werden wir möglicherweise handeln müssen", sagte der Bahn-Vorstand für Personenverkehr, Ulrich Homburg, der "Financial Times Deutschland" (FTD, Dienstag). "Das könnte im schwächer ausgelasteten Randnetz der Fall sein."

Dazu zählen ICE-Bahnhöfe, die nicht auf der Nord-Süd-Achse Hamburg-Frankfurt-München oder auf dem Bogen Berlin-Rhein/Ruhr-Stuttgart-München liegen. "Jeder Euro Umsatz, den wir hier an den Fernbus verlieren, kostet auch schon fast einen Euro operativen Gewinn", sagte Homburg. "Es kann zu einer Ausdünnung des ICE-Netzes führen - muss es aber nicht."

Die Bahn müsse es schaffen, auch bei den Fernbussen Marktführer zu sein. Er strebe einen Marktanteil um die 50 Prozent an, sagte Homburg. Nach einer Anlaufphase solle der Umsatz im dreistelligen Millionenbereich liegen.

Das Bundeskabinett will Ende Mai die Fernbus-Liberalisierung beschließen, zum Jahresende soll sie in Kraft treten. Die Fernzüge werden bisher durch ein Gesetz vor preisgünstigeren Bus-Angeboten geschützt. Die FTD zitiert Prognosen der Bahn, wonach Züge auf manchen Strecken 20 Prozent der Fahrgäste an den Bus verlieren könnten. Deshalb sollen ICE-Stopps in Städten wie Leipzig, Erfurt oder Flensburg gefährdet sein.

dpa

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