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Ein ICE nahe Erfurt auf der Neubaustrecke München-Berlin

Trotz Pannen zum Start

Bahn plant die nächste Neuerung auf der Strecke München-Berlin

Der Start auf der neuen Vorzeige-Strecke München-Berlin lief für die Bahn äußerst holprig. Nun will der Konzern trotzdem nochmal in die Offensive gehen.

München/Berlin - Wegen der hohen Sitzplatznachfrage in den Zügen auf der neuen Schnellfahrstrecke zwischen Berlin und München erweitert die Deutsche Bahn ihr Angebot - allerdings erst beim nächsten Fahrplanwechsel im Dezember. "Wir werden die Sprinterverbindungen von drei auf fünf Züge pro Tag und Richtung aufstocken", kündigte Bahn-Chef Richard Lutz am Montagabend vor Journalisten in Berlin an. Das bedeute rund 3000 Sitzplätze zusätzlich.

Die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke, die die Reisezeit von München nach Berlin auf unter vier Stunden verkürzt, war am 8. Dezember feierlich eingeweiht und zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember regulär in Betrieb genommen worden. Bereits im ersten Monat verzeichnete die Deutsche Bahn einen Passagierrekord: 2,4 Mal so viele Fahrgäste waren in den Zügen zwischen Berlin und München unterwegs wie im Vorjahreszeitraum.

Bahnchef: „Sind jetzt da, wo wir sein wollten“

Täglich fahren derzeit 35 ICE-Züge über die 623 Kilometer lange Trasse. In den drei Sprinter-Zügen in jede Richtung dauert die Fahrt weniger als vier Stunden. Im Stundentakt starten zudem ICE-Züge, die öfter halten und knapp 30 Minuten länger brauchen.

Beim Start war es zu Pannen und erheblichen Verspätungen gekommen, was der Bahn massive Kritik einbrachte. Bahn-Chef Lutz sagte: "Nach einem etwas holprigen Start sind wird jetzt da, wo wir von Anfang an sein wollten: Qualität, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit stimmen." Im ersten Monat waren nach Angaben des Konzerns teilweise mehr als 90 Prozent der Züge auf der Strecke pünktlich.

Neues Leitsystem soll nach Pannenstart in ganz Deutschland zum Einsatz kommen

Lutz sagte, in diesem Jahr wolle die Bahn vor allem Qualität, Service und Pünktlichkeit für die Kunden weiter verbessern. Die Tochter DB Regio soll verlorene Ausschreibungen zurückgewinnen und die Güterverkehrssparte will die Bahn "fit für die Zukunft" machen. Dies seien drei zentrale Aufgaben für 2018.

Zudem wolle die Bahn ihre Züge in 10 bis 15 Jahren flächendeckend digital leiten. So sollen auf dem deutschen Schienennetz 20 Prozent mehr Züge fahren können, wie Lutz ankündigte. Der Bundeskonzern werde dazu das Programm „Digitale Schiene Deutschland“ starten. Auch Stellwerke und Weichen sollen mit Funktechnik gesteuert und überwacht werden. „Der Verkehr auf der Schiene wird stabiler, verlässlicher und damit pünktlicher“, sicherte Lutz zu.

Wesentlicher Bestandteil ist die europäische Leit- und Sicherungsstandard ETCS (European Train Control System), das die europaweit rund 20 verschiedenen Signalsysteme ersetzt, die sicherstellen, dass nur ein Zug auf einem Streckenabschnitt fährt. Es ist für Neubaustrecken vorgeschrieben. Im Dezember hatten unter anderem Probleme mit ETCS Züge auf der Neubaustrecke zwischen Berlin und München ausgebremst, weil die Bahn Daten falsch eingegeben hatte.

Lesen Sie auch: „Bahn-Fiasko“ und „ICE-Desaster“: Kunden verlieren die Geduld

AFP/dpa/fn

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