Bahn plant Sitzplatzreservierungen im Nahverkehr

Berlin - Die Deutsche Bahn will den Service im Personennahverkehr deutlich ausbauen. So soll in Pilotprojekten auf einzelnen Strecken eine Sitzplatzreservierung eingeführt werden.

Es werde derzeit “ein Bündel an Maßnahmen geprüft“, sagte eine Bahnsprecherin am Mittwoch auf dapd-Anfrage.

Es stehe allerdings noch nicht fest, welche Strecken das sein werden und welche Kosten bei der Reservierung entstehen. Die Sprecherin geht davon aus, dass spätestens Ende März konkretere Pläne vorliegen werden. Den Angaben zufolge können die Lösungen regional sehr unterschiedlich aussehen. Das liege daran, dass die Verkehrsverträge mit den Ländern jeweils anders ausgestaltet seien. Zudem müssten Faktoren wie die Beschaffenheit der Fahrzeuge oder das Fahrgastaufkommen geprüft werden. Gewünscht werde der Service vor allem von regelmäßigen Fahrern, also Pendlern. Ganz neu sei ein solches Angebot aber nicht. Im Hanse-Express zwischen Rostock und Hamburg würden Sitzplatzreservierungen schon länger angeboten. Auch in Bayern sei dies auf einzelnen Strecken bereits möglich.

Für die Nahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) ist die neue Sitzplatzreservierung offenbar ein hochinteressantes Thema. Derzeit werde überlegt, den neuen Service in die aktuellen Ausschreibungen für zwei Eisenbahn-Netze aufzunehmen, sagte LNVG-Sprecher Rainer Peters dem Bielefelder “Westfalen-Blatt“ (Mittwochausgabe). Zudem prüfe die Bahn die Ausweitung von Catering-Services in Regionalzügen, sagte die Sprecherin weiter. In welcher Form dies geschehen wird, sei auch unklar. Denkbar seien beispielsweise Snack-Automaten in den Zügen oder mobile Verkäufer. Auch über Kinderspielecken oder Familienbereiche in den Zügen werde nachgedacht. Die geplanten Maßnahmen hätten sich aus umfangreichen Kundenbefragungen ergeben.

dapd

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