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Fahrkarte kaufen und einsteigen wird zum teureren Vergnügen. Wer seine Reise frühzeitig plant und bucht, kann viel Geld sparen.

Fahrkartenpreise

Bahn um bis zu 9,1 Prozent teurer

Ab 14. Dezember wartet die Bahn ihren Gästen mit einer vorweihnachtlichen Bescherung auf. Mit dem Fahrplanwechsel steigen die Preise. Aber: Oberbayern trifft es nicht gar so heftig.

Die Ticketpreise werden im Schnitt um 3,9 Prozent erhöht. Bahnvorstand Karl-Friedrich Rausch bezeichnete die Verteuerung als „moderat“ und verwies auf stärkere Steigerungen bei anderen Verkehrsmitteln. Flugtickets seien knapp elf, Autofahrten um 15 Prozent teurer geworden. Außerdem seien knapp 90 Prozent der Kunden mit rabattierten Tickets wie Monatskarten unterwegs oder besitzen eine „Bahncard“.

Von den 703 Verbindungen zwischen den 37 wichtigsten Fernverkehrsbahnhöfen Deutschlands wird etwa jede dritte Verbindung um mehr als vier Prozent verteuert. Auf 34 Verbindungen müssen Bahnreisende ab dem 14. Oktober mehr als sechs Prozent draufzahlen, sieben wurden sogar um mehr als acht Prozent verteuert. An der Spitze steht die Strecke zwischen Regensburg und Saarbrücken – hier hat die Bahn den Fahrpreis von 88 Euro um 8 Euro erhöht – um 9,1 Prozent.

Höchstpreis liegt bei 127 Euro

Bahnkunden ab München kommen bei der Erhöhung allerdings mit einem blauen Auge davon: Am stärksten macht sich der Preisanstieg auf der Fernverkehrsstrecke nach Frankfurt bemerkbar, hier kostet das Ticket ab dem 14. Dezember nicht mehr 85, sondern 89 Euro – ein Anstieg von 4,7 Prozent. Auch auf den Strecken nach Kassel, Nürnberg und Mannheim liegt die Teuerung knapp über dem von der Bahn kommunizierten Durchschnittswert von 3,9 Prozent. Auf zehn besonders langen Strecken greift der bundesweite Maximalpreis: Er lag bis zum 14. Dezember bei 122 Euro und wird auf 127 Euro erhöht.

Die vergleichsweise moderaten Erhöhungen in München können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Bahnfahren in den letzten Jahren deutlich teurer geworden ist – seit dem Jahr 2004 schlägt die Bahn regelmäßig Prozente drauf: So wurden die Tickets im April 2004 um 3,4 Prozent erhöht, acht Monate später bereits um weitere 3,1 Prozent. Im Dezember 2005 kamen 2,9 Prozent dazu, im Januar 2007 war es eine Erhöhung von 5,6 Prozent. Am stärksten verteuerte sich ein Ticket von München nach Frankfurt, welches im Januar 2007 noch 81 Euro kostete, um fast zehn Prozent auf 89 Euro ab Dezember 2008. Auf der Strecke nach Nürnberg legte der Preis in 23 Monaten um vier Euro von 45 auf 49 Euro zu, was eine Verteuerung um 8,9 Prozent bedeutet.

Die wichtigsten Tricks zum Bahn-Sparen

Dauerspezial:Das Prinzip der Fluglinien: Früh buchen lohnt sich. Wer sich mindestens drei Tage vor Antritt seiner Reise auf eine exakte Zugverbindung festlegen kann, spart: Mit dem „Dauerspezial“ können Bahnfahrer zu einem Pauschalpreis reisen, eine Fahrkarte kostet zwischen 29 und 69 Euro, ab dem 14. Dezember gibt es auch eine Preisstufe ab 19 Euro für Fahrten bis 250 Kilometer. Doch stellt die Bahn für dieses Angebot nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen zur Verfügung. Wer zuerst bucht, bekommt den günstigsten Tarif.

Sparpreis:25 Prozent Rabatt auf den individuellen Normalpreis gibt es für Reisende, die ihre Rückfahrt genau festlegen können. Findet die Fahrt am oder über ein Wochenende hinweg statt, sind bis zu 50 Prozent Ersparnis möglich. Auch dieses Angebot gilt nur für ein begrenztes Kontingent an Fahrkarten pro Zug. Um die günstigen Preise zu erhalten, sollten Bahnreisende deutlich früher als drei Tage vor der Reise buchen. Nachteil: Ändern sich die Reisepläne kurzfristig, wird aus dem guten Angebot schnell ein teures Vergnügen: Ein Umtausch bis zum ersten Geltungstag kostet 15 Euro Gebühr, dazu kommen die Kosten für eine neue Fahrkarte.

Bahncard :Für Gelegenheits- und Vielfahrer lohnt sich der Kauf einer Bahncard. Reisende, die mehr als 212 Euro im Jahr für ihre Bahnfahrten ausgeben, profitieren vom Kauf einer Bahncard 25, die nach der Erhöhung zum Preis von 57 Euro angeboten wird. Mit dieser Rabattkarte erhalten Reisende immer 25 Prozent Rabatt beim Kauf eines Bahntickets, auch bei Sparpreisen. So sind bis zu 62,5 Prozent Rabatt möglich. Für die Hälfte des Normalpreises fahren die Bahncard50-Inhaber (225 Euro nach der Preiserhöhung).

Bonuspunkte sammeln:Für Besitzer einer Bahncard lohnt sich die Teilnahme am „Bonus-Programm“. Für jeden umgesetzten Euro gibt es einen Punkt. Da die Prämien für hohe Punktezahlen attraktiv sind, lohnt es sich für Familien und Unternehmen, Punkte auf einer Karte zu sammeln, was bei einer Buchung im Internet möglich ist.

Gemeinsam fahren: Gruppen erhalten einen besonderen Rabatt. Bucht ein Bahnfahrer ein Sparpreis-Ticket, kann er bis zu vier weitere Reisende mitnehmen – sie zahlen nur die Hälfte. Größere Gruppen mit mindestens sechs Reisenden können bis zu 70 Prozent vom Normalpreis sparen – je nachdem wann sie buchen. Mitfahrzentralen wie „Kartenfuchs.de“ versuchen im Internet, Gruppen zusammenzufinden. Kinder unter 15 Jahren fahren kostenlos mit, wenn sie auf der Fahrkarte der Eltern oder Großeltern eingetragen sind. Auch Begleiter von Reisenden mit Behindertenausweis fahren gratis.

Auslandstarife im Inland:Wer innerhalb von zwei Monaten über mehrere Etappen durch Deutschland fährt, sollte seine Fahrt so legen, dass die Fahrt in einem grenznahen Ort im Ausland endet und alle Zwischenhalte im Ticket eintragen lassen. Das Bahn-Ticket gilt dann zwei Monate und ist oft aufgrund von Auslandsspartarifen günstiger – gleichwertige Inlandstickets verfallen nach zwei Tagen. Ein weiterer Trick: Selbst große „Dreieckfahrten“ sind auf einem Ticket unterzubringen. So ist ein Ticket München-Berlin-Hamburg genau so teuer wie München-Hamburg.

Tickets nicht am Schalter kaufen:Reservierungen, Dauerspezial-Tickets und Länderangebote sind im Internet und an Automaten günstiger. Bei Dauerspezial-Tickets sind es fünf Euro pro Strecke.

IC statt ICE nutzen: Bei kurzen und mittleren Strecken lohnt es sich, einen IC statt einem ICE zu nutzen. Der Hochgeschwindigkeitszug ist nur manchmal schneller, aber kostet deutlich mehr.

Großkundenrabatt beantragen:Unternehmen und Vereine mit mehr als 3000 Euro Umsatz bei der Bahn bekommen Extra-Rabatte. Bahnreisende sollten bei ihrem Arbeitgeber nachfragen und – sofern dieser Mitglied im Großkundenprogramm der Bahn ist – auch Privatfahrten über die Großkundennummer buchen. Wie viel Rabatt möglich ist, handelt die Bahn individuell aus.Dieser Rabatt lässt sich auch mit Bahncards kombinieren – nicht allerdings mit Spar-Angeboten.

Von Sebastian Wieschowski

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