Bahn setzt auf baldige Entscheidung zu Börsengang

Berlin - "Das Unternehmen, seine Kunden und die Mitarbeiter brauchen Klarheit und Sicherheit", sagte der Aufsichtsrats-Chef der Deutschen Bahn, Werner Müller. Die Große Koalition strebt bis 28. April eine Weichenstellung an. Bahnchef Hartmut Mehdorn warb dafür, die Strategie als weltweit tätiger Mobilitäts- und Logistikanbieter fortzusetzen. Erfolge auch für Arbeitsplätze in Deutschland könnten "bei richtiger Weichenstellung" ausgebaut werden.

Geschäftlich sei der bundeseigene Konzern 2007 trotz mehrfacher Lokführerstreiks erfolgreich gewesen, erklärte Mehdorn. Details zu den Ergebnissen des vergangenen Jahres will der Bahn-Chef aber erst an diesem Montag bei der Bilanz-Pressekonferenz in Berlin vorstellen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Müller sagte, das Unternehmen sei "auf Kurs" und verwies auf einen "fortgesetzten Wachstumskurs in allen wirtschaftlichen Kennziffern". Nach dpa-Informationen erhöhte sich der Umsatz im vergangenen Jahr auf rund 31 Milliarden Euro (2006: 30 Mrd. Euro). Der Überschuss unter dem Strich wuchs leicht auf etwa 1,7 Milliarden Euro. Mehdorn räumte ein, dass die Arbeitskämpfe der Lokführergewerkschaft GDL Kunden verunsichert hätten.

Beschlüsse zum Börsengang standen bei der turnusmäßigen Sitzung des Kontrollgremiums nicht an. Mögliche organisatorische Aspekte wurden dem Vernehmen nach aber angesprochen. Die Bahn hatte mehrfach bekräftigt, dass der Bund als Eigentümer Herr des Verfahrens zur Teilprivatisierung sei. In der Koalition wird derzeit ein Modell geprüft, wonach private Investoren nicht vom Gesamtkonzern, sondern nur von einer Zwischenholding für den Personen- und Güterverkehr Minderheitsanteile kaufen können.

Kritiker der Börsenpläne in der SPD erneuerten am Freitag ihre Bedenken. Juso-Chefin Franziska Drohsel sagte: "Wir wissen die Mehrheit der Bevölkerung und die Mehrheit auf dem Parteitag hinter unserer Forderung nach einer Bahn in öffentlicher Hand." Der Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer, Mitglied in der Arbeitsgruppe der SPD zur Bahnreform, forderte, in dem Gremium auch "über das Ob der Bahnprivatisierung zu diskutieren, nicht nur über das Wie". In der SPD sei nicht nur der linke Flügel dagegen. Ein Parteitag hatte im Herbst die Ausgabe von Volksaktien verlangt. Dies lehnt die Union ab.

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