+
Ein Lokführer verlässt das Führerhaus seines ICE: Bahn und GDL verhandeln derzeit ohne tgroßes Getöse. Foto: Boris Roessler/Archiv

Bahn spricht mit GDL "hinter den Kulissen"

Die Doppelverhandlungen der Bahn mit ihren beiden Gewerkschaften laufen in unterschiedlichem Tempo. Mit der EVG geht es zügig in Richtung einer Einigung, während zur streikfreudigen GDL erst mühsam wieder ein Gesprächsfaden geknüpft werden muss.

Frankfurt/Main (dpa) - Nach dem längsten Bahnstreik in der Geschichte der Deutschen Bahn AG versucht das Unternehmen, wieder mit der Lokführergewerkschaft GDL an den Verhandlungstisch zu kommen.

"Manchmal ist es einfach gut, hinter den Kulissen zu arbeiten und nicht alles in die Öffentlichkeit zu tragen", erklärte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber in Frankfurt am Rande der Verhandlungsrunde mit der größeren Konkurrenzgewerkschaft EVG.

Die GDL solle auch langfristiger Tarifpartner der Bahn bleiben, sagte Weber mit Blick auf das geplante Tarifeinheitsgesetz, mit dem die Bundesregierung ab dem Sommer die Rechte kleinerer Gewerkschaften einschränken will. Die Bahn wolle weiterhin mit beiden Gewerkschaften Verträge abschließen. In den laufenden Verhandlungen mit der EVG bemühe man sich um Regeln, die in den wesentlichen Punkten widerspruchsfrei zu den Abschlüssen mit der GDL bleiben könnten.

Die größere EVG verlangte von der Bahn, ihre Gehaltsofferte bis zur finalen Verhandlungsrunde am kommenden Donnerstag in Berlin nachzubessern. 4,7 Prozent mehr in zwei Stufen bei einer Laufzeit von 29 Monaten seien nicht akzeptabel, ebenso sei der angebotene Mindestbetrag von 75 Euro viel zu niedrig, erklärte die Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba. Die EVG fordert 6 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, mindestens aber 150 Euro im Monat mehr.

In der nächsten Woche müsse ein Abschluss her, erklärte die Gewerkschaft. Die Chancen dafür ständen 50 zu 50. "Entweder wir werden uns am 21. Mai einig oder es kracht", sagte Rusch-Ziemba. Weber sprach von guten Fortschritten, die man erzielt habe. Über die Lohnforderung werde in Berlin verhandelt.

Damit steuert die EVG weiterhin einen anderen Verhandlungskurs als die Lokführergewerkschaft. Die GDL will für ihre Mitglieder kürzere Arbeitszeiten und günstigere Sozialvorschriften durchsetzen und dafür geringere Gehaltssteigerungen akzeptieren. Die unterschiedlichen Forderungen der beiden Gewerkschaften sind das Haupthindernis für übereinstimmende Tarifverträge, wie sie das Unternehmen anstrebt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Opel: Staatssekretär will Klarheit für Beschäftigte
Berlin (dpa) - Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig hat nach Gesprächen mit dem französischen Autobauer PSA Peugeot-Citroën, dem Opel-Mutterkonzern General Motors …
Opel: Staatssekretär will Klarheit für Beschäftigte
Amazon kündigt über 2000 neue Jobs in Deutschland an
Seattle (dpa) - Der weltgrößte Online-Händler Amazon will in diesem Jahr über 15 000 neue Arbeitsplätze in Europa schaffen und davon sollen mehr als 2000 auf Deutschland …
Amazon kündigt über 2000 neue Jobs in Deutschland an
Uber-Chef verspricht Aufklärung nach Sexismus-Vorwürfen
San Francisco - Uber kommt aus der Diskussion um politische und gesellschaftliche Themen nicht heraus. Zuletzt sorgte der Posten des Uber-Chefs im Wirtschaftsrat von …
Uber-Chef verspricht Aufklärung nach Sexismus-Vorwürfen
Immobilienmarkt brummt: Mehrfamilienhäuser zunehmend begehrt
Nicht nur in den gefragten Metropolen, sogar auf dem Land zieht der Immobilienmarkt an. Die niedrigen Zinsen sorgen weiter für eine rasante Nachfrage. Doch was passiert, …
Immobilienmarkt brummt: Mehrfamilienhäuser zunehmend begehrt

Kommentare