Bahn-Strafgebühr empört Kunden

München - Trotz kräftiger Gewinnsteigerungen erhöht die Deutsche Bahn die Fahrpreise. Zum Fahrplanwechsel ab Mitte Dezember kosten alle Tickets im Durchschnitt 3,9 Prozent mehr. Auch die Bahncard verteuert sich um rund 3,6 Prozent. Reisende, die am Schalter oder per Telefon buchen, müssen einen zusätzlichen Bedienaufschlag von 2,50 Euro pro Fahrschein zahlen.

Auch für das Schöne-Wochenende-Ticket müssen Bahnkunden künftig einen Zuschlag von 2,50 Euro zahlen statt wie bisher zwei Euro. Das Gleiche gilt den Angaben zufolge ebenso für die Ländertickets und die übrigen Sonderangebote im Regionalverkehr.

Die Opposition im Bundestag kritisierte die Preiserhöhung der Bahn als "gnadenlose Abzocke" der Fahrgäste: "Wer ein gutes Service-Unternehmen sein will, darf seine Kunden nicht dafür bestrafen, persönlich bedient zu werden", sagte Grünen-Verkehrsexperte Winfried Hermann. Die Linke verurteilte die Pläne der Bahn als "ein Geschenk an potenzielle Investoren" beim geplanten Bahn-Börsengang.

Der Fahrgastverband "Pro Bahn" sprach von einer absolut falschen Strategie: Die Preiserhöhung wird Kunden abschrecken, die von anderen Verkehrsmitteln auf die Bahn umsteigen wollen, mahnte der Vorsitzende Karl-Peter Naumann. Die Bahn wies alle Vorwürfe zurück: Eine Kombination aus explodierenden Energiepreisen und weit überdurchschnittlichen Personalkosten lasse sich mit Effizienzsteigerungen allein nicht mehr ausgleichen, rechtfertigt der Konzern seine Pläne.

>> Was sich für Bahnfahrer alles ändert

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