Bahn-Streiks kaum noch zu verhindern

Frankfurt/Main/Berlin - Im Tarifstreit zwischen der Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL sind neue Streiks nach einem vorerst letzten Kontakt auf höchster Ebene kaum noch zu verhindern.

Der GDL-Vorsitzende Manfred Schell habe Bahnchef Hartmut Mehdorn telefonisch seine Ablehnung des jüngsten Verhandlungsangebots des Konzerns mitgeteilt, sagte Bahn-Personalvorstand Margret Suckale. Die Tür bleibe natürlich offen. Ein weiteres Spitzengespräch werde der GDL aber zunächst nicht angeboten. Die GDL zeigte sich wenig optimistisch, dass es noch zu einem Einlenken der Bahn kommen werde, bevor der zugesagte Streikverzicht an diesem Sonntag endet.

"Bis dato stehen die Zeichen auf Streik", sagte ein GDL-Sprecher in Frankfurt. Er versicherte zugleich: "Bis einschließlich Sonntag wird es keine Streiks geben und auch am Montagmorgen definitiv nicht." Am Montagvormittag will die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in Frankfurt über ihr weiteres Vorgehen informieren.

Die GDL-Spitze hatte mehrfach klar gemacht, dass neue Arbeitsniederlegungen unvermeidlich seien, wenn die Bahn nicht doch noch auf ihre Kernforderung nach einem eigenständigen Tarifvertrag für Lokführer eingehe. Gefordert wird zudem eine Anhebung des Anfangsentgelts für Lokführer von derzeit knapp 2000 auf 2500 Euro.

Bahn-Managerin Suckale sagte, im Interesse der Kunden werde selbstverständlich auch überlegt, rechtlich gegen geplante Streiks der GDL vorzugehen. Auf einen erneuten Ausstand sei der Konzern mit Notfallplänen zudem "gut vorbereitet".

Die Personalchefin verteidigte das von Mehdorn nochmals erläuterte Verhandlungsangebot, das "viel mehr Geld in das Portemonnaie der Lokführer" bringe. Es sieht vor, dass die GDL den mit den anderen Gewerkschaften Transnet und GDBA bereits besiegelten Abschluss mit 4,5 Prozent Einkommensplus übernimmt. Angeboten wird zudem, bei Mehrarbeit mehr Geld zu zahlen, woraus weitere Einkommenssteigerungen von bis zu 5,5 Prozent folgen. Insgesamt könne dies auf rund zehn Prozent Verbesserung hinauslaufen. "Das ist jetzt zunächst einmal unser Angebot gewesen", unterstrich Suckale.

(dpa)

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