Bahn-Tarifabschluss: Nahverkehrsbranche besorgt über "Nachahmer"

Berlin - Die Nahverkehrsbranche hat sich besorgt über den geplanten Bahn-Tarifabschluss mit der Lokführergewerkschaft GDL gezeigt. Insbesondere der noch auszuhandelnde eigenständige Vertrag für die GDL könnte in der Gesamtbranche "Nachahmer finden", sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Günter Elste.

Dabei habe die Eisenbahnergewerkschaft Transnet anfangs erklärt, dass es "keine Besserstellung des Berufsbereichs (der Lokführer) geben wird. Das macht mir schon Sorgen", sagte Elste.

Dies sei eine "schicksalhafte Strukturfrage", so der Vertreter der privaten Regionalbahnen und kommunalen Nahverkehrsunternehmen. Noch müsse versucht werden, einen gemeinsamen Tarifvertrag hinzubekommen, sagte Elste. Auch die Kostensteigerung durch die zwischen Bahn und GDL vereinbarten Tarif-Eckpunkte seien nicht ohne Probleme für die meisten Nahverkehrsunternehmen, die 2008 noch Tarifverhandlungen haben.

Allein die geplante Kürzung der Arbeitszeit um eine Stunde pro Woche bei gleichem Entgelt entspreche einer Lohnerhöhung von 2,5 Prozent. Die erhöhten Kosten - so die GDL-Einkommenserhöhung in zwei Stufen - schadeten dem öffentlichen Personennahverkehr, der als wichtiger Beitrag zum Klimaschutz ausgebaut werden müsse. Deshalb gehe es auch nicht an, wenn der Bund die Mittel der Gemeindeverkehrs- Finanzierung bis 2019 auslaufen lassen wolle, beklagte Elste.

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