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Dass die Lokführer über Ostern die Züge wieder stehen lassen, ist bislang eher unwahrscheinlich. Doch alles hängt von den Verhandlungen in dieser Woche ab. Foto: Arno Burgi/Archiv

Bahn-Tarifkonflikt: Hoffnung auf Fortschritte vor Ostern

Berlin (dpa) - Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn haben der Konzern und die Gewerkschaften eine arbeitsreiche Woche vor sich. Beim ersten von mehreren Terminen kommt die Bahn am Montag mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) zusammen.

GDL-Chef Claus Weselsky hält es für möglich, noch vor Ostern einen Flächentarifvertrag für das Zugpersonal zu erreichen. Bahn-Personalchef Ulrich Weber erwartet jedoch, dass ein Gesamtergebnis erst nach den Feiertagen realistisch ist.

Die Bahn verfehlte im vergangenen Jahr laut ihrer am Donnerstag vorgelegten Bilanz trotz höherer Fahrgastzahlen ihre wirtschaftlichen Ziele. Konzernchef Rüdiger Grube machte dafür neben Unwettern auch die häufigen Streiks verantwortlich. Die GDL hat in dem seit einem Dreivierteljahr andauernden Tarifstreit bisher sechsmal gestreikt.

Erreicht hat die GDL bislang, dass sie nicht mehr nur für Lokführer verhandeln darf, sondern auch für weitere Berufsgruppen wie Zugbegleiter und Bordgastronomen. Sie verlangt für das gesamte Zugpersonal fünf Prozent mehr Geld, eine Stunde weniger Arbeitszeit und eine Begrenzung der Überstunden.

Die Bahn hatte zuletzt im Oktober ein Angebot vorgelegt. Es enthielt eine dreistufige Einkommenserhöhung um insgesamt fünf Prozent bei 30 Monaten Laufzeit und die Einstellung von 200 zusätzlichen Lokführern.

Der bundeseigene Konzern will identische Ergebnisse in getrennten Verhandlungen mit der GDL sowie mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) erreichen, mit der die Arbeitgeber dann am Mittwoch in Frankfurt wieder zusammensitzen. Für den Freitag ist schließlich eine weitere Verhandlungsrunde mit der GDL geplant.

Unterdessen trieb die Bahn laut einem Bericht der "Wirtschaftswoche" in mehreren Verfahren wegen illegaler Preisabsprachen im vergangenen Jahr 225 Millionen Euro bei Unternehmen ein, die ihr wirtschaftlichen Schaden zugefügt hatten. Demnach zahlte der Stahlkonzern ThyssenKrupp 160 Millionen Euro, sein österreichischer Konkurrent Voestalpine 46 Millionen Euro.

Beide Firmen waren Mitglieder des sogenannten Schienenkartells, das sich zwischen 2001 und 2011 auf künstlich hochgetriebene Preise für Gleise und Weichen verständigt hatte. Da sich das Magazin auf vertrauliche Aufsichtsrats-Unterlagen berufe, könne er die Angaben nicht bestätigen, sagte ein Bahn-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

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