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Die Gespräche zwischen Bahn und EVG sollen am Wochenende fortgesetzt werden.

Keine Einigung bei Wahlmodell

Bahn-Tarifrunde auf Sonntag vertagt

Berlin - 16 Stunden Verhandlung haben für eine Einigung in der Bahn-Tarifrunde nicht gereicht. Das Unternehmen und die Gewerkschaft EVG wollen am Sonntag erneut zusammenkommen. Gibt es dann keine Einigung, drohen in der kommenden Woche Warnstreiks.

Die Tarifparteien bei der Deutschen Bahn ringen weiter um eine Einigung für rund 150 000 Beschäftigte. Die Gespräche zwischen dem Unternehmen und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sollen am Sonntag und Montag fortgesetzt werden, wie beide Seiten mitteilten.

Wird dann kein Kompromiss gefunden, droht die EVG mit Warnstreiks. "Wir sind auf alles vorbereitet", sagte EVG-Sprecher Uwe Reitz am Freitag.

Am Freitagmorgen waren die Gespräche nach 16 Stunden unterbrochen worden. "Wir haben in zentralen Themen immer noch Diskussionsbedarf, nach 16 Stunden intensiver Verhandlungen erscheint es aber wenig zielführend, jetzt noch weiterzumachen, ohne dass ein Ergebnis absehbar ist", sagte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir haben viel Zeit benötigt, aber können feststellen: Es hat sich gelohnt." Sein Unternehmen habe sich deutlich auf die EVG zubewegt, gleiches erwarte man nun von der Gewerkschaft.

Ausgehandelt werden muss vor allem noch die künftige Höhe der Einkommen und die Ausgestaltung eines Wahlmodells, das die EVG fordert. Demnach sollen die Beschäftigten einen Teil der Entgelterhöhung - 2,5 Prozent - auf Wunsch in sechs Tage mehr Urlaub oder eine Stunde weniger Wochenarbeitszeit umwandeln können. "Wir wollen ein einfaches und leicht verständliches Modell", sagte Reitz. Eine weitgehende Einigung gibt es über eine Regelung für die Rufbereitschaft im Konzern.

Die Bahn sei weiterhin bereit, ein individuelles Wahlmodell bei der Arbeitszeit einzuführen, teilte das Unternehmen mit. "Da geht es eben um die Details", sagte eine Sprecherin. Dem Vorschlag der Bahn zufolge sollen Mitarbeiter ab 2018 wählen können, ob sie ihre 39-Stunden-Woche beibehalten und 2,5 Prozent mehr Lohn bekommen oder ob sie mehr Freizeit und keine Lohnerhöhung erhalten. Außerdem bietet die Bahn eine Lohnerhöhung von 1,5 Prozent, 0,2 Prozent für höheren Zusatzurlaub für Nachtarbeiter und eine Einmalzahlung in Höhe von 375 Euro an. Die Gesamtlaufzeit soll 27 Monate vom 1. Oktober 2016 bis Ende 2018 betragen.

Die Gewerkschaft hatte bereits am Donnerstag versucht, die Bahn zu Zugeständnissen zu bewegen, indem sie mit Warnstreiks in der kommenden Woche drohte. "Wenn wir das am Verhandlungstisch nicht hinkriegen, dann kennt jeder die Konsequenzen." Zur Ausgestaltung eines möglichen Warnstreiks wollte Reitz sich nicht äußern.

Die EVG ging mit einer Forderung von 4,5 Prozent mehr Geld in die Verhandlungen und zusätzlich 2,5 Prozent, die die Arbeitnehmer auch gegen sechs Tage mehr Urlaub oder eine Stunde weniger Wochenarbeitszeit eintauschen können sollen.

Parallel zur EVG verhandelt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) mit der Bahn über neue Tarife für die rund 35.000 Beschäftigten des Zugpersonals. Bahn und GDL treffen sich am 16. Dezember das nächste Mal.

dpa

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