Ein ICE fährt an einem Bahnsteig ein.
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Eiszeit zwischen Bahn und Lokführer-Gewerkschaft: Die Tarifverhandlungen dürften sich noch lange hinziehen.

„Aufhören, Corona-Schäden zu leugnen“

Tarifstreit zwischen Bahn und Lokführern: Forderungen der Gewerkschaft „verantwortungslos“ - drohen Streiks?

Es geht um neue Tarifverträge für Lokführer. Doch bei den Verhandlungen kommen Bahn und Gewerkschaft nicht zusammen. Stattdessen erfolgen nun schwere Vorwürfe.

München - Die Fronten zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) scheinen verhärtet. Eine baldige Einigung im schwelenden Tarifstreit dürfte so kaum möglich sein. Bahn-Personalchef Martin Seiler warf dem Verhandlungspartner sogar horrende und realitätsferne Forderungen vor, die erhebliche Kostensteigerungen nach sich ziehen würden. Hieße wohl auch: Sollte die Bahn, sich darauf einlassen, würden zwangsläufig die Preise für Bahnreisen trotz Corona-Pandemie anziehen.

Laut Seiler würde zudem die Mobilitätswende gefährdet. „Die GDL muss jetzt aufhören, die Corona-Schäden zu leugnen, und Vernunft annehmen“, teilte er mit. Die Lokführer-Gewerkschaft hatte am Freitag für die anstehende Tarifrunde 4,8 Prozent mehr Geld rückwirkend zum 1. März verlangt, außerdem eine Corona-Prämie von 1300 Euro. Hinzu kommen Forderungen zu Zulagen, Arbeitszeit, Urlaub und Qualifizierung. Dieses Paket mit 58 Forderungen und einem Volumen in Milliardenhöhe bezeichnet die Bahn als „maßlos und unsolidarisch“.

Tarifstreit zwischen Bahn und GDL: Forderungen der Gewerkschaft als „verantwortungslos“ kritisiert

Beim Zugpersonal führe das Forderungspaket zu Kostensteigerungen von 46 Prozent, teilte die Bahn mit. „Das ist eine Dimension, die angesichts der kritischen Lage verantwortungslos ist“, hieß es. Details der Berechnung wurden nicht beigefügt. Die Steigerung ergibt sich laut Bahn aber etwa daraus, dass der Betrieb behindert und die Einsatzplanung des Personals erschwert würde.

Die Gewerkschaft hatte außer für das Zugpersonal Forderungen auch für Mitarbeiter der Fahrzeuginstandhaltung, des Netzbetriebs und für der Fahrweginstandhaltung vorgelegt. Sie ringt dabei um Einfluss mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Vor der Aufnahme von Tarifverhandlungen soll die Bahn garantieren, dass sie die GDL-Tarifverträge auch anwenden wird.

Tarifstreit zwischen Bahn und GDL: Am Ende könnte alles wieder in Warnstreiks münden

Der Konzern ist dabei, ein Gesetz umzusetzen, nach dem in einem Betrieb nur noch der Tarifvertrag mit der mitgliederstärksten
Gewerkschaft gilt. Das ist in vielen Fällen nicht GDL, sondern die EVG. „Wir sind nach wie vor bereit, gemeinsam mit beiden Gewerkschaften eine Lösung für eine geordnete Koexistenz zu finden“, versicherte Seiler. Er warf der GDL vor, auf Zeit zu spielen. Die Gewerkschaft könnte im Konflikt einmal mehr zum Mittel der Warnstreiks greifen - damit würde der Streit einmal mehr auf den Rücken der Pendler ausgetragen werden. (dpa/mg)

In einem Londoner Bahnhof sorgte eine neugierige Katze für ordentlich Trubel. Derweil könnten neue Abteile das Zugfahren komplett verändern. Die Bahn setzt künftig auch auf einen Mega-ICE - über den sind bereits Details bekannt.

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