Bahn verspricht mehr Service: Fällt die Heizung aus, gibt es Kaffee

- Frankfurt - Ab dem 1. Oktober will die Deutsche Bahn "perfekt regeln, wenn etwas bei der Serviceleistung nicht perfekt gelaufen ist", wie der Vorstand Personenverkehr, Karl-Friedrich Rausch, sagte. Deshalb hat das Unternehmen eine "Kundencharta Fernverkehr der Deutschen Bahn AG" vorgestellt. Sie soll dazu beitragen, dass Kunden künftig entschädigt werden, wenn der Zug zu spät kommt oder die Heizung nicht funktioniert.

<P>Rausch wies Kritik zurück, dass die Entschädigungsregelung nicht für den Nahverkehr gelte. "Möglicherweise kann das später auch mal gehen", sagte er. Der Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßte das Bahn-Konzept. "Die Deutsche Bahn AG stellt sich mit ihrer Kundencharta den Forderungen der Verbraucher - und das auch vor Gericht", erklärte Vorstand Edda Müller.<BR><BR>Von einem "wichtigen Schritt für die Kunden und ihre Rechte" sprach die Allianz pro Schiene. Dagegen kritisierte der Fahrgastverband Pro Bahn die Regelung als völlig unzureichend. Pro-Bahn-Rechtsreferent Rainer Engel bemängelte insbesondere, dass sich die Charta auf den Fernverkehr beschränke, sowie das Gutschein-Verfahren. "Die Gutscheine sind wesentlich weniger wert, als sie aussagen. Wer am Automaten oder im Internet kauft, zahlt oft weniger für die Tickets", erklärte er.<BR><BR>Dies sind zentrale Punkte der "Kundencharta":<BR><BR>Entschädigung</P><P>Kommt ein Fernverkehrszug mehr als 60 Minuten verspätet am Zielbahnhof des Reisenden an oder fällt er aus, erhält der Kunde eine Entschädigung in Höhe von 20 Prozent des Fahrkartenwertes - mindestens fünf Euro. Dies gilt auch, wenn man wegen eines verspäteten Zuges den Anschluss an einen Fernverkehrszug verpasst und so mindestens 60 Minuten zu spät am Zielbahnhof eintrifft. Bei Nachtzügen wird die Entschädigung erst ab einer Verspätung von 120 Minuten gezahlt. Inhaber der Bahncard 100 oder einer Zeitkarte sollen pauschal entschädigt werden. Reisende müssen sich die Verspätung binnen 48 Stunden bestätigen lassen - beim Zugbegleiter, am "Servicepoint" oder im Reisezentrum. Dabei erhalten sie eine Gutscheinkarte. Diese kann innerhalb eines Monats entweder auf einen Fahrschein angerechnet oder in einen ein Jahr gültigen Gutschein umgetauscht werden.<BR><BR>Übernachtung und Taxi</P><P>Notfalls zahlt die Bahn auch ein Taxi oder ein Hotelzimmer. Kann die Reise wegen Zugausfalls, Zugverspätung oder Versäumnis des Anschlusszuges nicht bis 24 Uhr fortgesetzt werden oder ist eine solche Fortsetzung unter den gegebenen Umständen nicht zumutbar, übernimmt die DB die Kosten für eine angemessene Übernachtung oder - sofern preisgünstiger und zumutbar - die Kosten für den Transfer mit einem anderen Verkehrsmittel (z.B. Taxi). Die Taxi- und Hotelgutscheine werden in einer Höhe von maximal 80 Euro vergeben.<BR><BR>Information</P><P>Die Bahn verspricht, besser zu informieren: "Die Kunden der DB erhalten möglichst zeitnah alle erforderlichen Informationen zu ihrer Zugverbindung; hierzu gehören auch Mitteilungen über Verspätungen und Zugausfälle."<BR><BR>Klima-Probleme</P><P>Fallen Klimaanlage oder Heizung aus, werden den Fahrgästen Plätze in anderen Waggons angeboten. Sind keine freien Plätze vorhanden, bieten die Bahn-Mitarbeiter kostenfrei warme oder kalte Getränke an. Allerdings sind diese nicht in allen Zügen verfügbar.<BR><BR>Reklamationen</P><P>Die Bahn hat sich zum Ziel gesetzt, Reklamationen innerhalb von zehn Arbeitstagen nach Eingang abschließend zu erledigen. Gelingt dies nicht, soll der Kunde innerhalb dieser Zeit einen Zwischenbescheid erhalten.<BR><BR></P>

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