Preisabsprachen unterbinden

Bahn will sich gegen Kartelle schützen

Berlin - Die Deutsche Bahn will sich künftig besser gegen Schäden durch Kartelle schützen. Dazu hat der Konzern ein sogenanntes Präventionssystem eingeführt, um mögliche Preisabsprachen von Lieferanten zu verhindern.

Ein Bahnsprecher bestätigte am Sonntag einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. So sollen Unternehmen in Risikogruppen einsortiert und besonders anfällige Marktbereiche überwacht werden. Zudem will die Bahn Lieferanten über Verträge bei Kartellverstößen stärker selbst in die Pflicht nehmen.

„Die Bahn ist mit einem Einkaufsvolumen von rund 20 Milliarden Euro einer der größten Bezieher von Waren und Dienstleistungen im Land“, sagte Rechtsvorstand Gerd Becht dem Magazin. „Wir können es uns nicht länger leisten, uns nur auf das Kartellamt zu verlassen, um uns vor kriminellen Absprachen zu schützen.“

Nach Angaben des Sprechers will die Bahn nun in Abstimmung mit Verbänden und anderen Unternehmen einen neuen Standard für Ausschreibungen erreichen. Der Konzern zieht mit dem neuen System Konsequenzen aus Schäden durch Wettbewerbsmauscheleien in der Vergangenheit - etwa im Schienenbereich. Intern werde der in den vergangenen zehn Jahren entstandene Schaden durch aufgeflogene Kartelle auf mehr als eine Milliarde Euro geschätzt, hieß es.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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