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Ein ICE-Sonderzug fährt am 08.12.2017 bei Erfurt über die ICE-Neubaustrecke München - Berlin.

Berlin-München unter vier Stunden

Bahn will Störungen auf ICE-Strecke schnell beheben

Der missglückte Start habe an vielen einzelnen Fehlern gelegen. Aber: „Wir setzen alles daran, die Reisenden im Weihnachtsverkehr zuverlässig an ihr Ziel zu bringen.“

Berlin - Die Deutsche Bahn will bis zum Ende dieser Woche die Störungen auf der Neubaustrecke Berlin-München weitgehend beheben. Das sagte die Bahn-Fernverkehrschefin Birgit Bohle am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Bis zum Wochenende werde sich die Situation weiter stabilisieren. „Wir setzen alles daran, die Reisenden im Weihnachtsverkehr zuverlässig an ihr Ziel zu bringen“, fügte sie hinzu. Sie sei „zuversichtlich, dass wir das bis dahin weitgehend im Griff haben“.

Den Start auf der neue Strecke nannte Bohle „missglückt“. Sie entschuldigte sich bei den Fahrgästen für Zugausfälle und Verspätungen. Dauern diese länger als eine Stunde auf der neuen Strecke, zahlt die Bahn bis Jahresende den gesamten Fahrpreis zurück und gibt betroffenen Kunden einen Reisegutschein in Höhe von mindestens 50 Euro.

Die große Fahrplanumstellung am Sonntag sei insgesamt „nicht gut gelaufen“, sagte Bohle. Das habe auch mit dem Wintereinbruch an jenem Tag zu tun gehabt. Die Probleme mit dem Zugsicherungssystem ETCS auf der Strecke seien „nicht systematischer Natur“. Es gehe vielmehr um einzelne Fehler, die allesamt mit der Wegmessung in den ICE-Zügen zu tun hätten. Die Folge war nach Angaben Bohles jeweils, dass der Zug vom System automatisch gebremst wurde. Allein am Sonntag mussten deshalb acht Züge auf die alte Strecke umgeleitet werden.

Lokführergewerkschaft wirft Bahn Kaltstart auf ICE-Neubaustrecke vor

Der Chef der Lokführergewerkschaft (GDL), Claus Weselsky, hat der Deutschen Bahn eine unzureichende Vorbereitung auf den Start der Neubaustrecke Berlin-München vorgeworfen. "Unsere Lokführer tun ihr Bestes", sagte Weselsky den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Mittwoch. "Es hat aber keinen Probebetrieb für sie gegeben", kritisierte der GDL-Chef. "Sie fahren nur mit Hilfe der Instrukteure, die einen solchen Probebetrieb gefahren sind." 

Hinzu kämen bei der ICE-Baureihe 401 weitere Probleme, wie Ausfälle beim Display im Führerstand. "Dann müssen die Züge angehalten werden", sagte Weselsky. "Auf die Klärung der genauen Gründe der Pannen warten wir noch." Das neue automatische Zugleitsystem ETCS sei zwar "ein funktionierendes System, aber wie so oft, läuft manches nicht sofort beim Start reibungslos", sagte der GDL-Chef den Funke-Zeitungen weiter.

Die neue Schnellstrecke zwischen Berlin und München war am Freitag feierlich eingeweiht worden. Die Städte sind jetzt in unter vier Stunden zu erreichen. Schon bei der

Sonderfahrt am Freitag, aber auch während der ersten regulären Fahrten am Wochenende war es aber zu Pannen und Verzögerungen

gekommen.

dpa/AFP

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