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Die Pleite von Air Berlin hat der Bahn auf den Fernstrecken deutlich mehr Fahrgäste beschert. Foto: Hendrik Schmidt

Mehr als zehn Prozent Zuwachs

Bahn zählt nach Air-Berlin-Pleite mehr Fahrgäste

Bei der Bahn läuft aktuell nicht alles rund. Ein Sorgenkind ist die neue ICE-Strecke Berlin-München. Dennoch sieht es mit den Fahrgastzahlen insgesamt gut aus. Ein Grund ist eine Firmenpleite.

Berlin (dpa) - Die Deutsche Bahn hat deutlich mehr Fahrgäste auf ihren Fernverkehrsstrecken. Das hängt auch mit der Pleite der Fluggesellschaft Air Berlin und neuen Angeboten wie der Schnellbahntrasse Berlin-München zusammen - auf der es allerdings auch anhaltende Probleme gibt.

"Explizit für die bisherigen innerdeutschen Hauptverbindungen von Air Berlin, nämlich München-Berlin, Köln/Düsseldorf-Berlin und München-Köln/Düsseldorf, haben wir deutlich mehr Buchungen", sagte ein Bahn-Sprecher der "Welt am Sonntag". "Daher gehen wir davon aus, dass ein Teil der bisherigen Air-Berlin-Fluggäste, insbesondere Geschäftsreisende, auf die Züge der Deutschen Bahn gewechselt ist und weiter wechseln wird."

Insgesamt verzeichne die Bahn seit Oktober steigende Buchungszahlen - um "mehr als zehn Prozent für die nächsten Monate". Das gelte für alle wichtigen Fernverbindungen. "Im Oktober und November ist der Ticketabsatz im Fernverkehr gegenüber den Vorjahresmonaten um vier Prozent gestiegen."

2016 waren die Kunden 139 Millionen Mal mit ICE und IC gereist. Bahnchef Richard Lutz hatte im November für dieses und für das nächste Jahr abermals Passagierrekorde in Aussicht gestellt. Einen Beitrag soll die ICE-Neubaustrecke Berlin-München leisten, die zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember mit viel Tam-Tam eröffnet wurde. Jedoch entpuppte sie sich als Sorgenkind. Kunden ärgerten sich über Zugausfälle und Verspätungen.

"Wir haben nach wie vor einzelne Störungen, aber die betriebliche Situation hat sich weiter stabilisiert", sagte ein Konzernsprecher am Samstag zur aktuellen Situation dort. Nach seinen Angaben mussten auch am Samstag einige ICE-Züge auf die alte Strecke umgeleitet werden. Damit verbunden waren Verspätungen zwischen 20 und 60 Minuten.

Die Probleme sind technischer Natur, weil bestimmte ICE-Züge Daten des auf der Strecke installierten Zugsicherungssystems ETCS nicht korrekt verarbeiten. Eine Folge können dann automatische Bremsungen des Zuges sein.

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