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Bahnchef Rüdiger Grube.

Gewerkschaft schweigt

Bahnchef Grube will Streiks noch verhindern

Berlin - Die Lokführer haben weitere Streiks angekündigt, den Fahrgästen drohen erneut Zugausfälle und Verspätungen. Bahn-Chef Grube will den Ausstand in letzter Minute noch abwenden. Klappt das?

Update: Am späten Montagnachmittag hat die Gewerkschaft der Lokführer angekündigt, dass ab Dienstag, 21. April, der Güterverkehr und ab Mittwoch, 22. April, der Personenverkehr bestreikt wird.

„Jetzt kommt es auf Vernunft und Augenmaß an“, sagte Grube den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“ (Samstag). „Uns geht es darum, eine Lösung ohne weitere Streiks zu erreichen.“ Die Deutsche Bahn wollte dazu am Samstag keine Stellung nehmen. Ein GDL-Sprecher bestätigte mögliche Kontakte zwischen Gewerkschaft und Bahn am Samstag nicht. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er: „Es gibt keinen neuen Stand.“ Die Öffentlichkeit werde rechtzeitig informiert.

Die Lokführergewerkschaft GDL hatte am Freitag die Verhandlungen mit der Bahn für gescheitert erklärt. Die vorgelegten Vorschläge seien nichts wert, urteilte GDL-Chef Claus Weselsky. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber kritisierte: „Wir sind einen Meter vor der Ziellinie und haben ein Paket mit Lösungen und guten Vorschlägen auf dem Tisch. Das Verhalten der GDL-Spitze ist angesichts des Verhandlungsstandes unerklärlich. Soweit waren wir noch nie.“ Weselsky kündigte die fünfte Streikrunde im laufenden Tarifkonflikt an. Sie könne schon in der neuen Woche eingeläutet werden.

Die GDL hat in dem Konflikt um die Arbeitsbedingungen des Zugpersonals im vergangenen Jahr bereits viermal ihre Mitglieder zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen und den Bahnverkehr in Deutschland in großen Teilen lahmgelegt.

Erst im Februar hatte die GDL einen weiteren Streik angekündigt und nach Zugeständnissen der Bahn wieder abgeblasen. Anschließend waren beide Seiten wieder in die Tarifgespräche eingestiegen.

GDL-Chef Weselsky vermutet, dass die Bahn auf Zeit spielt. Denn im Sommer könnten die Karten neu gemischt werden, wenn das von der Bundesregierung geplante Gesetz zur Tarifeinheit in Kraft tritt und pro Betrieb nur noch eine Gewerkschaft den maßgeblichen Tarifvertrag abschließen kann. Die GDL hat dagegen bereits Verfassungsbeschwerde angekündigt und der Bahn immer wieder Verzögerungstaktik vorgeworfen.

Die GDL strebt für ihre sämtlichen Mitglieder im Zugpersonal eigene Tarifverträge an. Bislang hatte die Spartengewerkschaft nur für Lokführer Abschlüsse vereinbart. Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche. Die Verhandlung am Freitag sei am Knackpunkt der Rangier-Lokführer gescheitert, die von der Bahn niedriger eingestuft werden sollten als ihre Kollegen auf der Strecke.

dpa

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