Bahnindustrie mit gedämpften Erwartungen für 2004

- Berlin - Die Bahnindustrie rollt trotz guter Geschäfte im ersten Halbjahr 2003 mit gedämpften Erwartungen ins nächste Jahr. Der Verband der Bahnindustrie (VDB) erwartet wegen allgemeiner Sparbemühungen vor allem bei der Schieneninfrastruktur niedrigere Umsätze. Dagegen konnte die Branche nach VDB-Angaben im ersten Halbjahr 2003 trotz Konjunkturflaute nochmals kräftig zulegen. Im Unterschied zu vielen anderen Industriezweigen wurden auch neue Arbeitsplätze geschaffen. Derzeit zählt die Branche 40 400 Beschäftigte, 1000 mehr als im Vorjahr.

 <P>Beim Umsatz gab es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ein deutliches Plus von 16 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Dazu trug vor allem das Auslandsgeschäft bei, das inzwischen mit 43 Prozent zu den Erlösen beiträgt. Die Auftragseingänge blieben mit 4,9 Milliarden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in etwa konstant. Auf eine Prognose für das Gesamtjahr wollte sich Verbandspräsident Dieter Klumpp nicht festlegen. Der Umsatz soll aber nochmals zweistellig zulegen.</P><P>Mittelfristig werden die Aussichten dagegen nicht mehr so optimistisch beurteilt. Klumpp verwies auf die schwache Konjunktur, die angespannte Haushaltslage sowie eine gesunkene Investitionsbereitschaft der Deutschen Bahn, die sich derzeit auf den Börsengang vorbereitet. "Wir müssen uns langfristig darauf einstellen, dass nicht mehr so viel Aufträge sprudeln werden wie in der Vergangenheit", sagte Klumpp. Zugleich kritisierte er Pläne, die Bundesmittel für den Ausbau des Schiennetzes von derzeit 4,3 auf 3,7 Milliarden Euro im Jahr 2007 zu reduzieren.</P><P>Die Bahnindustrie hoffe deshalb auf Aufträge aus dem Ausland. Doch erstmals seit mehreren Jahren ging im ersten Halbjahr 2003 die Zahl der Zugbestellungen aus dem Ausland zurück. Der Auftragseingang sank von 2,1 auf 1,9 Milliarden Euro. Der Verband vertritt insgesamt 95 Mitgliedsfirmen, darunter Siemens oder die Deutschland-Töchter von Alstom und Bombardier.</P><P>Siemens-Vorstand Friedrich Smaxwil äußerte sich unterdessen überzeugt, dass die Pannenserie beim Schnellzug ICE 3 nunmehr beendet ist. Das Unternehmen sei über die "Anfangsprobleme" nicht glücklich gewesen. "Wir haben heute aber eine Störungsrate, wo ein reibungsloser Betrieb sichergestellt ist." Der neue Zug hatte auf der Strecke Frankfurt-Köln für zahlreiche Behinderungen gesorgt. Zuletzt sorgten Probleme mit der Klimaanlage für Ärger.</P>

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