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Bahnkunden sollen künftig leichter an eine Entschädigung kommen.

Bahnkunden sollen leichter an Entschädigung kommen

Berlin - Bahnfahrer sollen bei großen Zugverspätungen künftig leichter an ihre Entschädigung kommen. Darauf haben sich die Deutsche Bahn (DB) und rund 70 andere Bahnunternehmen geeinigt.

Am 29. Juli wird dazu ein einheitliches “Fahrgastrechte-Formular“ eingeführt, wie sie am Mittwoch in Berlin ankündigten. An diesem Tag tritt ein neues Gesetz in Kraft . Es legt erstmals für alle Eisenbahnen verbindlich die Entschädigungsansprüche fest.

Bei mindestens 60 Minuten Verspätung erhalten Fahrgäste dann 25 Prozent des Fahrpreises erstattet. Bei zweistündigen Verspätung sind es sogar 50 Prozent. Kunden erhalten das Geld auf Wunsch in bar oder per Überweisung. Inhaber von Zeitkarten bekommen in der 2. Klasse Pauschalbeträge von bis zu zehn Euro.

Trotz des Wettbewerbs sei es gelungen, “ein Verfahren aus einer Hand anzubieten“, sagte der Geschäftsführer des Tarifverbands TBNE, Bernd Rössner. Die Organisation vertritt außer der DB auch zwei Drittel der privaten Bahnen in Deutschland . Er hoffe, dass sich auch die übrigen Unternehmen noch dem Verfahren anschließen werden, sagte Rössner.

Um die Anträge zu bearbeiten, wird in Schwerin ein Servicezentrum mit zunächst etwa 50 Mitarbeitern eingerichtet. Das Formular für die Kunden ist zwei DIN-A4-Seiten lang. Darin muss der geplante und der tatsächliche Reiseverlauf angegeben werden, die Art der Fahrkarte und die gewünschte Form der Entschädigung, also Gutschein oder Geldbetrag. Möglich ist es auch, einen formlosen Brief an das Servicezentrum mit denselben Angaben zu schicken.

Die Fahrkarte mit Zangenabdruck muss beigelegt werden und im Regelfall auch eine Bestätigung des Zug- oder Bahnhofspersonals über die Verspätung. Das Servicezentrum könne aber auch im Nachhinein herausfinden, welche Züge mit welcher Verspätung unterwegs waren, hieß es.

Zur Beilegung von Streitfällen wird im Dezember eine neue bundesweite Schlichtungsstelle für den gesamten öffentlichen Verkehr ihre Arbeit aufnehmen. Sie löst die Schlichtungsstelle Mobilität ab, die beim Verkehrsclub Deutschland (VCD) angesiedelt ist und Ende November ihre Tätigkeit einstellen wird. Die bisherige Schlichtungsstelle wird vom Bundesverbraucherschutzministerium finanziert, die neue Organisation von den beteiligten Verkehrsunternehmen.

Die DB und andere Privatbahnen gründeten am Mittwoch einen Trägerverein. Sie wollen dafür auch Fluggesellschaften und Busunternehmen gewinnen. Allerdings ist bislang noch kein einziges Luftfahrtunternehmen Mitglied in dem Verein. In einem Beirat sollen auch Vertreter von Fahrgastverbänden sitzen. 

dpa

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