Bahn-Preiserhöhung: "Das war ein Überfall"

- Berlin - Die geplante Preiserhöhung der Deutschen Bahn für Pendler und Reisende im Nahverkehr stößt auf Vorbehalte bei den Bundesländern. Vor allem die deutliche Verteuerung um 4,1 Prozent halten mehrere Landesregierungen für nicht gerechtfertigt, wie es auf Anfrage hieß. Vorerst kündigte allein Nordrhein-Westfalen an, die Anhebung im Grundsatz mittragen zu wollen. Bevor die Bahn die Tickets nach zwei Jahren stabiler Preise zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember teurer machen kann, muss das Regierungspräsidium Darmstadt als Genehmigungsbehörde der Länder zustimmen.

Bayerns Verkehrsminister Otto Wiesheu nannte die beantragte Erhöhung übertrieben. Er überlege "ganz stark", ob der Freistaat seine Zustimmung verweigern solle, sagte Wiesheu nach Angaben seines Ministeriums. Die Begründung der Bahn mit gestiegenen Energiekosten sei nicht stichhaltig, da diese vertragsgemäß von den Ländern ausgeglichen würden. Der Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Otto Ebnet (SPD) sagte: "Das war ein Überfall. Und mit Überfällen macht man sich keine Freunde." Die Preiserhöhung passe nicht zur sozialen Situation im Land und laufe auch dem Ziel zuwider, mehr Fahrgäste auf die Schiene zu holen.<BR><BR>Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) sagte, die Bahn verprelle mit der Anhebung ihre eigenen Kunden. Der sächsische Verkehrsminister Martin Gillo (CDU) sagte dem "Tagesspiegel": "Eine Preiserhöhung zur jetzigen Zeit, in der die Bürger ohnehin Angst vor höheren Kosten für den Weg zur Arbeit haben, ist äußerst unglücklich."

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