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Mega-Streik der Bahn in Deutschland heute - jetzt wird das ganze Ausmaß der Ausfälle bekannt

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Von: Patrick Huljina

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Die GDL kündigt einen massiven Streik an. Viele Fernzüge fahren nicht, der Regionalverkehr ist eingeschränkt.

Update vom 10. August, 15:05 Uhr: Wegen des Lokführerstreiks streicht die Bahn für Mittwoch und Donnerstag 75 Prozent ihrer Fernzüge. Priorität haben demnach stark genutzte Verbindungen wie zwischen Berlin und dem Rhein-Ruhr-Gebiet, zwischen Hamburg und Frankfurt sowie die Anbindung wichtiger Bahnhöfe und Flughäfen. Ziel sei ein zweistündliches Angebot mit besonders langen Zügen auf den Hauptachsen.

Die Bahn bittet Reisende, die nicht zwingend fahren müssen, ihre Fahrt möglichst zu verschieben. Gegenüber den Kunden will sich der Konzern sehr kulant zeigen. Die für den Streikzeitraum gelösten Karten könnten bis einschließlich dem 20. August bei aufgehobener Zugbindung genutzt oder erstattet werden.

Beim Regionalverkehr werde das eingeschränkte Angebot regional sehr stark schwanken. Die Bahn will in den Metropolregionen und im ländlichen Raum ein Grundangebot für Schüler und Pendler sowie wichtige Zubringer zu Fernverkehrszügen oder Flughäfen beibehalten.

Die Informationen werden laut Bahn so schnell wie möglich in die elektronischen Informationssysteme eingepflegt. Der Ersatzfahrplan für den Fernverkehr sollte ab 15.00 Uhr in der Fahrplanauskunft auf bahn.de und in der App DB Navigator abrufbar sein.

Streik der Bahn in Deutschland ab heute Abend - jetzt wird das ganze Ausmaß der Ausfälle bekannt

Update vom 10. August, 13:54 Uhr: Wegen des Lokführerstreiks soll am Mittwoch und Donnerstag nur ungefähr jeder vierte geplante Fernzug bei der Deutschen Bahn fahren. Beim Regionalverkehr werde das ebenfalls sehr eingeschränkte Angebot regional sehr stark schwanken, teilte das Unternehmen am Dienstag in Berlin mit.

Update vom 10. August, 13:30 Uhr: Die Deutsche Bahn stellt wegen des angekündigten Streiks Ersatzfahrpläne auf. Diese sollten am Dienstagnachmittag um 15.00 Uhr auf der Website der Bahn veröffentlicht werden, kündigte Vorstandsmitglied Martin Seiler an. „Wir wollen so viel wie möglich fahren.“ Den Fahrgästen wolle man maximale Kulanz gewähren.

Update vom 10. August, 13:00 Uhr: Der angekündigte Streik der GDL-Lokführer, der im Personenverkehr ab Mittwochfrüh 48 Stunden dauern soll, ist aus Sicht der Deutschen Bahn eine Eskalation zur Unzeit. „Gerade jetzt, wenn die Menschen wieder mehr reisen und die Bahn nutzen, macht die GDL-Spitze den Aufschwung zunichte, den wir in Anbetracht der massiven Corona-Schäden dringend brauchen“, so der Personalchef Martin Seiler. Er kritisiert, die GDL habe sich nicht an ihre Ankündigung gehalten, den Kunden ausreichend Vorlauf zu lassen, bevor der Streik beginnt.

„Gerade in einem systemrelevanten Bereich wie der Mobilität gilt es jetzt, sich an den Verhandlungstisch zu setzen und nicht unsere Kunden zu belasten“, mahnt Seiler. Eine Einigung in der Tarifrunde sei weiterhin möglich. Die GDL-Spitze müsse an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Fahrgastverbands Pro Bahn kritisiert massive Streiks: „Muskelspiele bringen niemanden weiter“

In die gleiche Richtung geht die Kritik des Fahrgastverbands Pro Bahn. „Das ist deutlich zu kurzfristig“, so der Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann. Die Kunden brauchten mehr Zeit, um ihre Reisen umzuplanen. „Ein Streik richtet sich bei der Bahn nicht nur gegen das Unternehmen, sondern auch gegen weite Teile der Bevölkerung. Viele Fahrgäste können nicht ausweichen.“ Naumann appellierte an die Tarifpartner, weiter zu verhandeln. „Muskelspiele bringen niemanden weiter.“

Erstmeldung vom 10. August, 11:00 Uhr: Frankfurt/Main - Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat das Ergebnis ihrer vor sechs Wochen gestarteten Urabstimmung zu möglichen Streiks bei der Deutschen Bahn* am Dienstag (10. August) bekanntgegeben. GDL-Chef Claus Weselsky verkündete, dass 95 Prozent der abgegebenen Stimmen für Streiks gestimmt haben. „Das ist mehr als wir erwartet haben“, sagte er.

Noch am heutigen Dienstagabend ab 19 Uhr werde der Güterverkehr bestreikt, erklärte Weselsky. Es folgt ein bundesweiter 48-stündiger Streik im Personenverkehr und in der Bahn-Infrastruktur vom Mittwoch, 2.00 Uhr, bis Freitag, 2.00 Uhr. Mit dem Zeitfenster versuche die GDL, den Ferien- und Wochenendverkehr nicht zu stark zu beeinträchtigen. „Das ist ein bundesweiter Streik“, betonte der GDL-Chef.

Übersicht über den vorläufigen Streikplan:

Massive Bahn-Streiks ab Dienstag-Abend: GDL-Chef gibt Management die Schuld an Eskalation

Zugleich erklärte Weselsky die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn für gescheitert. Das zuletzt von der Arbeitgeberseite vorgelegte Angebot sei „für uns nicht verhandelbar“. Nun werde die GDL „dazu gezwungen, in Arbeitskampfmaßnahmen einzutreten“, um ein verbessertes Angebot zu bekommen.

Der GDL-Chef gab dem Management der Deutschen Bahn die Schuld für die Eskalation mitten in der Ferienzeit. „Wer den Arbeitnehmern in die Taschen greifen will und sich selbst schamlos bedient, hat eine Antwort verdient, wie wir sie geben werden“, sagte Weselsky. Die Gewerkschaft sei sich ihrer Verantwortung bewusst. Jedoch: Es gebe „keinen günstigen Zeitpunkt“ für einen Streik, „nicht mal nachts“.

Massive Bahn-Streiks ab Dienstag-Abend: Arbeitsniederlegungen auch in der kommenden Woche?

Über diese Woche hinaus, ist offen, wann die nächste Streikwelle folgt. Das Unternehmen solle zunächst die Möglichkeit bekommen, über die Lage nachzudenken. Ob auch in der kommenden Woche gestreikt wird, ließ Weselsky zunächst offen. „Gemessen an der Stimmung in der Belegschaft könnte der Streik gar nicht lange genug dauern.“

Bereits zuvor hatte GDL-Chef Weselsky angekündigt, die Hürde von mindestens 75 Prozent Zustimmung für einen Streik sollte kein Problem sein. Er rechnete sogar mit einer Zustimmung von über 90 Prozent. „Unsere Menschen haben durchgearbeitet, wie alle anderen“, sagte er am Dienstag im Bayerischen Rundfunk. „Deshalb haben sie einen Anspruch auf eine adäquate Lohnerhöhung.“

Massive Bahn-Streiks ab Dienstag-Abend: Noch keine Notfallpläne bekannt

Die Bahn hatte am Montag noch keine Details zu Notfallplänen genannt. Beim letzten GDL-Lokführer-Streik vor sechs Jahren hatte man einen Notfahrplan erstellt, um zumindest etwas Betrieb aufrechtzuerhalten. Im Fernverkehr konnte etwa ein Drittel der Züge fahren, vor allem auf den Hauptstrecken vom Ruhrgebiet nach Osten sowie von Hamburg nach Süden.

Auch im Regionalverkehr und bei S-Bahnen dürfte bei einem Lokführerstreik ein Großteil der Züge ausfallen. Der gestörte Betriebsablauf könnte dann auch bei Konkurrenten der Deutschen Bahn zu Einschränkungen führen.*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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