Bahntarifstreit geht in neue Runde

Hamburg - Unmittelbar vor dem Spitzengespräch mit Bahnchef Hartmut Mehdorn haben die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA ihre Forderung nach deutlich mehr Entgelt bekräftigt. "Wir fordern sieben Prozent, bis wir etwas anderes abgeschlossen haben", sagte Transnet-Chef Norbert Hansen im rbb-Inforadio.

Er gehe "zuversichtlich" in die Gespräche, an denen am Vormittag neben ihm und Mehdorn auch GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel teilnimmt. Unterdessen legten am dritten Tag der Warnstreiks nach Transnet-Angaben rund 1000 Bahn-Beschäftigte die Arbeit zeitweise nieder. Die Züge standen unter anderem in Nordhessen, dem Rhein-Main-Gebiet, und Halle/Saale.

Auf der Hauptstrecke Kassel-Frankfurt fuhren am frühen Morgen keine ICE mehr. Auch der Regionalverkehr rund um Kassel kam zum Erliegen. In Hanau, Fulda, Mainz, Rüsselsheim, Nürnberg und Potsdam kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen des Schienenverkehrs. Für den späten Vormittag waren zudem Aktionen in Wiesbaden geplant.

Laut Deutscher Bahn AG waren unter anderem die ICE-Linien Hamburg- Kassel-München, Hamburg-Kassel-Frankfurt-Basel, Berlin-Braunschweig- Frankfurt-Basel, Berlin-Braunschweig-Stuttgart-München und Dresden- Leipzig-Frankfurt betroffen. Züge müssten umgeleitet werden, was zu Verspätungen führe. In der Region sei auch der Nahverkehr betroffen. Auf der Strecke Mainz-Worms ruhte der Verkehr komplett. Zu einem Chaos im Berufsverkehr kam es aber nicht.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), die am Dienstag noch für massive Verspätungen und Zugausfälle gesorgt hatte, plant bis zu dem für Donnerstag in Berlin angesetzten Gespräch mit Bahnchef Mehdorn keine Aktionen.

Transnet-Chef Hansen sagte vor dem heutigen Treffen, bei erfolglosen Gesprächen gebe es einen Streikplan der Gewerkschaften mit einer Erhöhnung des Drucks in mehreren Wellen. Die Gewerkschaften fordern 7 Prozent Entgeltsteigerung, die Bahn hat bisher auf 30 Monate gestreckt zwei Mal je 2 Prozent Erhöhung und eine Einmalzahlung angeboten. Hansen wies außerdem die Forderung der GDL nach einem eigenen Tarifvertrag "als schädlichen Weg" zurück. "Spaltung hat noch nie jemanden stark gemacht." Die GDL fordert für ihre 34 000 Mitglieder 31 Prozent mehr Geld und will nicht mit den anderen Bahn-Gewerkschaften zusammen verhandeln.

In Stralsund ließen Mitarbeiter der Fahrdienstleitung ihre Arbeit ruhen. Insgesamt 18 Züge waren nach Transnet-Angaben davon betroffen. In Nürnberg traten am Rangierbahnhof mehrere Beschäftigte in einen Warnstreik. Dies führte zu Störungen im Güterverkehr. In Halle (Saale) und Sangerhausen legten rund 30 Mitarbeiter der Stellwerke für zwei Stunden die Arbeit nieder. Dies hatte Auswirkungen auf die Strecken Halle-Kassel und Erfurt-Magdeburg. In Potsdam und Stralsund wurden im Reisezentrum die Kunden nicht bedient.

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