Bahntarifstreit: Lokführer entscheiden Samstag über mögliche Streiks

Berlin/Frankfurt - In der vorerst letzten Runde der Tarifgespräche mit der Bahn will die Lokführergewerkschaft GDL erst am Samstag über mögliche neue Streiks entscheiden.

"Heute fällt keine Entscheidung", sagte der stellvertretende GDL-Vorsitzende Claus Weselsky der Deutsche Presse-Agentur dpa am Freitag in Frankfurt. Ein Gewerkschaftssprecher erklärte, die Gespräche könnten eventuell auch am Samstag noch fortgesetzt werden. Die GDL werde am Samstagnachmittag eine Mitteilung herausgeben und die Öffentlichkeit über das weitere Vorgehen informieren. Bis dahin bleibt offen, ob am Montag Züge fahren können.

Die GDL hatte für den Fall des Scheiterns der Gespräche mit einem unbefristeten Streik im Personen-, Nah- und Güterverkehr von Montag (7. Januar) an gedroht. Die GDL zeigte sich optimistisch: "Es ist Bewegung reingekommen", sagte der Sprecher. Ein Bahnsprecher wollte sich in Berlin zu den Erfolgsaussichten der Verhandlungen nicht äußern.

Die Experten von Bahn und GDL trafen sich am Freitag an einem geheim gehaltenen Ort. Auch GDL-Chef Manfred Schell war bei den Gesprächen dabei. Verhandelt wurde laut Gewerkschaft weiter über Fragen des Entgelts und der Arbeitszeit. Beide Tarifparteien hatten sich am Mittwoch wieder zusammengesetzt. Die zwischenzeitlich geplatzten Gespräche waren erst auf Druck der Bundesregierung kurz vor Weihnachten wieder aufgenommen worden.

Die Bahn hatte der GDL zuletzt mindestens acht Prozent mehr Geld geboten, nach dem Abbruch der Gespräche durch die GDL aber alle Angebote zurückgezogen. Die Gewerkschaft forderte zuletzt mindestens zehn Prozent mehr Geld und einen eigenständigen Tarifvertrag.

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