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Äpfel hat die BayWa bereits im Sortiment. Bananen, Nashi-Birnen und anderen tropische Früchte sollen bald folgen.

Äpfel, Bananen, Nashi-Birnen

Bald gibt's exotisches Obst bei der BayWa

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München - Bisher verkauft der größte europäische Agrarhändler nur Äpfel. Das soll sich bald ändern. 

Europas größter Agrarhändler BayWa will in den Handel mit tropischen Früchten einsteigen. „Wir wollen uns aus der Abhängigkeit vom Apfel befreien und unsere Basis verbreitern“, kündigte Klaus Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der BayWa AG, gestern an. Man sei bereits in konkreten Gesprächen zur Übernahme eines entsprechenden Obsthändlers. Werde man sich beim Preis einig, könnte die Aquisition noch in diesem Jahr über die Bühne gehen.

Neben Birnen, Beeren und Steinobst machen Äpfel bisher 90 Prozent des BayWa-Obstgeschäfts aus. Dazu sollen nun Früchte aus Lateinamerika, Afrika und Asien kommen, mit denen die BayWa unter anderem den deutschen Einzelhandel beliefern will. Im Auge hat BayWa-Chef Lutz etwa Bananen, verschiedene Beeren-Sorten und die Nashi-Birne, die in Asien angebaut wird. „Grundsätzlich kommt aber alles in Frage, was wir vernünftig transportieren können“, so Lutz.

Dickes Plus dank guter Apfelernte in Neuseeland

Die Münchner sind im Jahr 2011 ins internationale Obstgeschäft eingestiegen. In Neuseeland übernahm die BayWa den Apfel-Erzeuger Turners & Growers, später den Erzeuger Apollo. Der Obsthandel entwickelt sich seitdem prächtig: Im laufenden Jahr betrug der Umsatz nach neun Monaten 473,7 Millionen Euro (Vorjahr: 432,7 Millionen). Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) lag mit 22,1 Millionen Euro 39 Prozent über dem Vorjahr. Das dicke Plus hatte die BayWa vor allem der guten Apfelernte in Neuseeland zu verdanken. Von dort werden Äpfel unter anderem nach Asien exportiert. „Ein Wachstumsmarkt, in dem wir unsere Präsenz ausbauen wollen“, kündigte Lutz an. In Deutschland war die Apfelernte aufgrund von Hitze und Trockenheit dagegen schlechter als erhofft. Ein weiterer Minuspunkt für den Apfelanbau in Deutschland: Die Exportmöglichkeiten sind schlecht. Fehlende Handelsabkommen machen es derzeit unmöglich, von Deutschland aus den Wachstumsmarkt China zu beliefern.

Rekordergebnis im Geschäftsbereich Energie

Auch in anderen Geschäftsbereichen will Lutz „neue Akzente“ setzen. Im Agrarhandel, der insgesamt zuletzt leicht rückläufig war, werden die Strukturen im Heimatmarkt Deutschland umgebaut. „Einige Standorte werden geschlossen, dafür wollen wir mehr mobile Teams einsetzen, die etwa vor Ort am Hof die Ernte abholen“, so Lutz. Im Bereich Bau, dem Sorgenkind der BayWa, sind Umsatz und Ergebnis im dritten Quartal erneut gesunken. Die Münchner suchen nach einem Partner. Trennen wolle man sich vom Bausektor aber definitiv nicht, bekräftigte Lutz. Anders der dritte BayWa-Geschäftsbereich Energie. Hier rechnet Lutz 2015 mit einem Rekordergebnis. Die Geschäfte mit Windparks und Solaranlagen sind zwar in der EU rückläufig. In den USA und Asien machen die Münchner allerdings sehr gute Geschäfte.

Nachdem die BayWa im ersten Halbjahr geschwächelt hatte, legte der Handelskonzern im dritten Quartal insgesamt um rund 35 Millionen Euro beim Ebit zu. Nach neun Monaten liegt das Ergebnis vor Steuern und Zinsen mit 75,3 Millionen Euro leicht über, der Umsatz mit 1,1 Milliarden Euro leicht unter dem Vergleichswert 2014. Für das laufende Jahr rechnet Lutz mit keinen großen Sprüngen. Ein „Ergebnis auf Vorjahresniveau“ – während der BayWa-Chef seine Expansionsstrategie vorantreibt. 

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