Bank Bethmann-Maffei an Holländer verkauft

- München - Die HypoVereinsbank hat im Rahmen ihres radikalen Konzernumbaus die traditionsreiche Privatbank Bethmann-Maffei an den niederländischen Finanzriesen ABN Amro verkauft. Der Kaufpreis betrage 110 Millionen Euro, teilten beide Unternehmen mit.

<P>Die Niederländer wollen Bethmann-Maffei mit dem vor kurzem übernommenen Bankhaus Delbrück zusammenlegen und so zu den fünf größten Anbietern im gehobenen Privatkundengeschäft in Deutschland aufsteigen. Damit ist der Hunger von ABN Amro aber noch nicht gestillt. </P><P>"Das war eine wunderbare Gelegenheit", sagte der Private-Banking-Chef von ABN Amro, Lex Kloosterman. Weitere Akquisitionen in Deutschland schloss er ausdrücklich nicht aus. "Wir haben weitere Ambitionen." Dabei wolle man sich auf das Geschäft mit wohlhabenden Privatkunden konzentrieren, da der Markt aus demographischen Gründen wachse. </P><P>"Die Menschen werden älter und wohlhabender." ABN Amro will Bethmann-Maffei jetzt rasch integrieren. Ein Stellenabbau im größeren Stil ist laut Kloosterman nicht geplant. Die Kundenkarteien ergänzten sich, lediglich in der Verwaltung könne es Doppelungen geben. </P><P>Für die Mitarbeiter und die Kunden bringe der Einstieg von ABN Amro Sicherheit, da sich der Konzern langfristig engagieren wolle. Die Marken sollten erhalten bleiben. Um ihre dünne Kapitaldecke zu stärken, hat die HypoVereinsbank in diesem Jahr bereits knapp 25 Prozent der Bank Austria an die Börse gebracht und die Norisbank an die DZ Bank verkauft. </P><P>Zudem wurde das komplette Geschäft mit Gewerbeimmobilien als Hypo Real Estate an die Börse gebracht. Durch den Verkauf von Bethmann-Maffei kann die HVB laut Finanzkreisen einen Buchgewinn von 65 Millionen Euro für sich verbuchen. Die Bankhäuser Bethmann in Frankfurt und Maffei in München hatten sich erst im Sommer unter dem Dach der HypoVereinsbank zusammengeschlossen. </P><P>Die neue Bethmann-Maffei betreut mit 200 Mitarbeitern rund 5500 vermögende Privatkunden mit einem Einlagevolumen von zuletzt 4,8 Milliarden Euro.</P>

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