Bank of England pumpt weitere Milliarden in den Markt

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London (dpa) - Wegen der Turbulenzen an den weltweiten Börsen hat die Englische Notenbank weitere Milliarden in den Geldmarkt gepumpt. Die Bank of England verdoppelte am Donnerstag ihre wöchentlichen Gelder auf elf Milliarden Pfund (14,1 Mrd Euro).

Mindestens bis zum 9. April würden Banken und Kreditgebern pro Woche zusätzlich fünf Milliarden Pfund zur Verfügung gestellt, teilte das Institut am Donnerstag in London mit. Unterdessen trafen sich Chefs der fünf führenden britischen Banken mit dem Gouverneur der Notenbank, Mervyn King, um mehr staatliche Unterstützung in der Kreditkrise zu fordern.

Dabei sollte es auch um Maßnahmen gegen geschäftsschädigende Gerüchte im Finanzsektor gehen. Am Vortag war bekanntgeworden, dass angeblich falsche Gerüchte über Liquiditätsprobleme der Hypothekenbank HBOS gestreut worden waren. Die Finanzaufsicht FSA hatte deshalb am Mittwoch Ermittlungen angekündigt. Händler hatten mit Baissespekulationen der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge vermutlich Millionengewinne gemacht.

Die Aktien von HBOS waren am Vortag durch die Gerüchte um zeitweise bis zu 20 Prozent gefallen. Das Papier erholte sich am Donnerstag wieder und stieg zum Nachmittag um 5,71 Prozent auf 471,75 Pence. HBOS hatte die Spekulationen als "Lügen" zurückgewiesen: "Es kursieren derzeit in den Märkten eine Reihe von haltlosen und heimtückischen Gerüchten über das britische Bankensystem." An den Gerüchten sei "absolut nichts dran". Zugleich drohte die FSA Händlern, die falsche Informationen in Umlauf bringen, mit Strafverfolgung.

Das Treffen, an dem die Großbanken HSBC, Royal Bank of Scotland, Barclays, Lloyds TSB und HBOS teilnehmen sollten, war nach Angaben der Notenbank schon vergangene Woche angesetzt worden. Ein Sprecher betonte, es handle sich um einen "regulären Meinungsaustausch". Angela Knight, Chefin des britischen Bankenverbandes, sagte der BBC: "Wir stehen alle vor einer besonders ungewöhnlichen Situation in dieser Kreditkrise." Sie sei zuversichtlich, dass die Notenbank die nötigen Schritte einleite, um Schaden zu verhindern.

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