Wo Banken bei Gebühren tricksen

München - Banken und Sparkassen sind erstaunlich kreativ, sobald es um Gebühren geht. Ungeachtet gesetzlicher Vorgaben und unzähliger Gerichtsurteile kassieren sie gern für Leistungen, die sie eigentlich gratis erbringen sollten.

Erst vor kurzem musste sich die Commerzbank vom Oberlandesgericht Frankfurt belehren lassen, dass sie nicht jedes Mal fünf Euro extra in Rechnung stellen darf, wenn Kunden über ihren Dispokredit hinaus Geld abheben – zusätzlich zum ohnehin schon überhöhten Zinssatz von 18,74 Prozent (Aktenzeichen: 23 U 157/09). Auch die EU-Kommission hatte den Banken erst neulich mangelnde Transparenz bei den Gebühren rund ums Konto vorgeworfen. „Da werden munter Entgelte verlangt und teils fantasievoll verpackt, die eigentlich verboten sind“, sagt Jördis Christiansen von der Hamburger Verbraucherzentrale.

Noch immer wird etwa fürs Löschen der Grundschuld im Grundbuch kassiert. Oder eine „Beobachtungsgebühr“ fürs gepfändete Konto, „Schadenersatz“ für geplatzte Lastschriften, eine „Treuhandgebühr“ fürs Ablösen von Baugeld. Selbst Erben wird Geld abgeknöpft, wenn sie den Nachlass eines Verstorbenen sichten wollen. Das alles ist unzulässig. Kunden können gegen unzulässige Gebühren vorgehen Kunden sollten unbedingt genauer hinschauen, was in Rechnung gestellt wird – ob es ums eigene Konto geht, um Geldanlage, Ratenkredite oder Baufinanzierungen, empfiehlt Verbraucherschützerin Christiansen.

Das ändert sich für Bankkunden

Das ändert sich für Bankkunden

Grundsätzlich gilt: Unrechtmäßig ist eine Gebühr immer dann, wenn die Bank eine gesetzliche Pflicht erfüllt wie beispielsweise die Änderung von Freistellungsaufträgen. Kostenfrei müssen auch Leistungen sein, die eine Bank im eigenen Interesse ausführt wie die Wertermittlung einer Immobilie. Für diese Schätzung werden immer noch häufig über 100 Euro gefordert, obwohl nicht rechtens. Bereits abgebuchte, unzulässige Gebühren können oft noch drei Jahre lang zurückgefordert werden, rät Christiansen.

Berrit Gräber

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