Banken glauben an viertes Dax-Plus

- München - Die Börsenexperten hatten viel erwartet und noch mehr bekommen. 2005 war das ersehnte "Jahr der Aktie". Nach den sensationellen Kurszuwächsen im Deutschen Aktienindex rechnen die Experten für das neue Jahr mit einer bescheideneren Entwicklung - aber immerhin glauben die meisten an ein positives Abschneiden.

Die Banken hatten sich optimistisch gezeigt, ein Kursplus von bis zu zehn Prozent für das Jahr 2005 vorausgesagt. Doch selbst die Einschätzungen der größten Optimisten wurden übertroffen. Der Dax legte fast 30 Prozent zu, einer der höchsten Zuwächse, die es je innerhalb eines Jahres gab. Angesichts dieses rasanten Anstiegs rechnen viele Experten für 2006 mit einer Verschnaufpause. Trotzdem dürfte es zum vierten Mal in Folge ein Jahr mit positiver Dax-Entwicklung geben.

"Aktien sollten auch weiterhin eine attraktive Anlage darstellen, unter anderem, weil die Gewinnaussichten der Unternehmen weiterhin positiv gesehen werden", urteilt Bernd Kalis, Wertpapier-Experte der HypoVereinsbank. "Insbesondere in den Branchen Energie, Rohstoffe, Finanzdienstleister sowie Industriegüter erwarten wir eine gute Entwicklung." Insgesamt aber sieht man bei dem Münchner Institut nur ein kleines Plus beim Dax. Für das Jahresende 2006 geht die HVB von einem Index-Stand bei 5500 Punkten aus - kaum mehr als das derzeitige Niveau.

"Nachdem der M-Dax 2005 schon gut gelaufen ist, ziehen die großen Standardwerte jetzt nach", sagt auch Christian Kahler, Aktienmarktstratege der DZ-Bank, dem Spitzeninstitut der Volks- und Raiffeisenbanken. Die Analysten dort sehen den Index bis Jahresende 2006 bei 5700 Punkten - immerhin ein Plus von knapp fünf Prozent gegenüber dem aktuellen Stand. Dafür gebe es drei Gründe. Zum einen sei der Dax immer noch in einem historischen Tief. Zudem seien viele Titel trotz zuletzt starker Kurs-Anstiege niedrig bewertet. Gerade große, dynamische Unternehmen seien für Privatanleger daher im neuen Jahr zum Kauf zu empfehlen. Dafür sprächen etwa die teils exzellenten Unternehmenszahlen der vergangenen Monate.

Auch bei der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ist man optimistisch. "Was die Dividendenrendite angeht, bieten die meisten Unternehmen auch für 2006 einen positiven Ausblick", erklärt DSW-Sprecher Jürgen Kurz. Denn die deutlich höheren Gewinne vieler Unternehmen schlagen sich in ebenfalls steigenden Ausschüttungen an die Aktionäre nieder. Trotz höherer Kurse bleiben die Dividendenrenditen so mitunter attraktiv.

Energie und Rohstoffe bleiben gefragt

Im Schnitt erwarten die Institute  einen Dax-Stand von etwa 5580 Punkten zum Jahresende 2006. Das entspräche nur einem Zuwachs von gut zwei Prozent. Allerdings spielt dabei auch ein verzerrender Effekt eine Rolle. Die meisten Prognosen stammen von Anfang Dezember und werden in der Regel nicht mehr vor Jahresende aktualisiert. Doch im Verlauf des Dezembers hat der Dax noch kräftig zugelegt. "Vom Niveau zum Monatsende aus würde man die Prognose wohl noch ein bisschen erhöhen", erklärte ein Banker.

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