Beipackzettel für Finanzangebote

Banken vereinfachen Produktinformationen

München - Die Banken und Sparkassen wollen ihre Beipackzettel für Finanzprodukte künftig einfacher und verständlicher formulieren.

Zusammen mit Verbraucherschützern und Regierungsvertretern haben sie eine Liste mit einfachen und einheitlichen Formulierungen zusammengestellt, wie die Deutsche Kreditwirtschaft und das Bundesverbraucherschutzministerium am Montag in Berlin mitteilten. Wörter wie "Indexdisclaimer", "Medium Term Note", "Agio" oder "Fix-Kupon-Anleihe" werden demnach übersetzt, vereinfacht oder tauchen gar nicht mehr auf. Die verbesserten Produktinformationsblätter sollen spätestens ab Dezember in den Filialen liegen.

Die Geldinstitute hatten im März 2012 nach heftiger Kritik angekündigt, ihre Produktinformationsblätter zu verbessern. Ein auf verständliche Kommunikation spezialisiertes Fachinstitut untersuchte daraufhin 340 der Beipackzettel zu Aktien, Anleihen, Zertifikaten oder Pfandbriefen auf potenziell schwierige Begriffe hin. Eine Arbeitsgruppe machte sich dann an die Vereinfachung. Sie erstellte 66 Begriffserläuterungen, legte 61 Begriffe fest, die künftig zu erklären sind, und strich 131 Begriffe komplett.

Die Produktinformationsblätter sind seit Juli 2011 vorgeschrieben und sollen über Funktionsweise, Chancen und Risiken von Geldanlage-Produkten wie Sparkonten und Aktienfonds Auskunft geben. Seit Juli 2012 sind die Blätter auch für andere Vermögensanlagen verbindlich. Verbraucherschützer und Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hatten kritisiert, dass Beipackzettel oft unvollständig oder unrichtig sind, überflüssige oder unzulässige Angaben enthalten oder wichtige Informationen fehlten.

Das nun erstellte Glossar liefere in vielen Fällen passende Textbausteine für die Produktinformationsblätter, lobte Aigner am Montag. Das gelte insbesondere für die Darstellung möglicher Risiken und anfallender Kosten. Als Beispiel wird eine Formulierung zur Wahrscheinlichkeit des Totalverlusts einer Anlage genannt: Statt sieben langer und komplizierter Sätze mit zahlreichen Fachbegriffen wie Swap oder ETC heißt es künftig kurz und knapp: "Anleger sind dem Risiko der Insolvenz, das heißt einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit der Bank XY ausgesetzt. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich."

afp

Rubriklistenbild: © picture-alliance / gms

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