Banken signalisieren grünes Licht für Kredite an Karstadt-Quelle

- Essen - Vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung des angeschlagenen Karstadt-Quelle-Konzerns an diesem Donnerstag hat bei den Verhandlungen über ein Sanierungspaket die "heiße Phase" begonnen. "Konstruktiv aber schwierig" nannte Unternehmenssprecher Jörg Howe die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern, glaubt aber weiter an eine schnelle Einigung.

<P>Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement betonte, alle Beteiligten - Anteilseigner, Banken, Belegschaft und Gewerkschaften - müssten dazu beitragen. Die deutsche Konjunktur nimmt nach Einschätzung von Clement zunehmend Fahrt auf. "Wir haben Wachstum, deutlicher als bisher", sagte Clement.<BR><BR>Aus Bankenkreisen jedenfalls wird "grünes Licht" zunächst für eine Verlängerung der Kredite für den Konzern signalisiert.<BR><BR>Auch die Gewerkschaft Verdi zeigte unterdessen Bereitschaft, über mögliche Opfer der Karstadt-Quelle-Beschäftigten zu verhandeln. Derartige Zugeständnisse seien jedoch allenfalls auf Kreditbasis möglich, sagte ein Gewerkschaftssprecher.<BR><BR>Neben einer Verlängerung der kurzfristigen Kredite auf drei Jahre sei auch eine Aufstockung der Kredite um 150 Millionen Euro auf 1,75 Milliarden Euro "auf gutem Weg", hieß es in den Bankenkreisen. Dies sei allerdings nicht allein ausschlaggebend, weil die kurzfristige Liquidität des angeschlagenen Konzerns ohnehin bis zum Jahresende gesichert ist. Kritischer wird die geplante Kapitalerhöhung gesehen, wobei mit einem Mitziehen der wichtigsten Großaktionäre gerechnet wurde.<BR><BR>"Die Großaktionäre müssen jetzt ihr Schärflein beitragen", forderte Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in Düsseldorf. Aufgrund der "wenig attraktiven Konditionen" sei ohnehin nicht mit einem Einstieg von Privatanlegern bei der geplanten Kapitalerhöhung in größerem Umfang zu rechnen. "Das ist nun das Problem der Großaktionäre, für Liquidität bei Karstadt-Quelle zu sorgen", sagte Kurz.<BR>Von der Krise bei Karstadt-Quelle seien ohnehin die Beschäftigten und die Aktionäre am härtesten betroffen. Neben kräftigen Kursverlusten bei der Karstadt-Quelle-Aktie in der Vergangenheit werde nun auch noch die Dividende ausfallen. Auch die Beschäftigten müssten jetzt "einige Kröten" schlucken. "Die Banken werden wieder am besten wegkommen", meinte der DSW-Sprecher.<BR><BR>Beschäftigte müssen einige Kröten schlucken</P><P>Die geforderten Zugeständnisse der Karstadt-Quelle-Belegschaft gelten als Schlüssel für die geplante Kapitalerhöhung von rund 500 Millionen Euro. <BR>Neben einem Verzicht auf Urlaubstage soll es dabei auch um eine Verlängerung der Arbeitszeit gehen. Noch bis zu der am Donnerstag dieser Woche angesetzten Sitzung des Karstadt-Quelle-Aufsichtsrats ist Zeit, das Sanierungspaket zu schnüren.<BR><BR>Nicht alle (Tarif-)Wünsche der Arbeitnehmer werden erfüllt werden, das ist auch der Gewerkschaft klar.</P><P><BR> </P>

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