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Fünf Euro sind dem Kartellamt zu viel. Abheben am Geldautomaten soll déutlich billiger werden.

Banken: Weniger Geld für den Automaten

München - Geldautomaten-Gebühren sollen runter, fordern Verbraucherschützer und Politik. Die Idee einer Fünf-Euro-Grenze reicht dem Kartellamt nicht. Banken und Sparkassen stehen unter Zugzwang. Sie streiten sich aber.

Wer an einem fremden Automaten Geld abhebt, muss vorerst weiter Gebühren bis zu zehn Euro zahlen. Eigentlich wollten die deutschen Banken und Sparkassen auf politischen Druck hin eine Maximalgrenze von fünf Euro einführen und bis zum Jahresende bundesweit umsetzen. Doch dem Kartellamt geht das nicht weit genug. Noch ist vielen Kunden nicht einmal klar, wie hoch die Gebühr ist.

Wann wird für eine Abhebung kassiert?

Die allermeisten Abhebungen am Geldautomaten sind kostenlos. Denn rund 95 Prozent der Transaktionen erledigen die Kunden an Geräten ihrer Hausbank oder einer Partnerbank, bei der dies ebenfalls gratis ist. Dafür haben sich mehrere Institute in den Verbünden „Cash Group“ mit 9000 Automaten und „Cash Pool“ (2500 Automaten) organisiert. Noch größer sind die Verbünde der Sparkassen (25 700) sowie der Volks- und Raiffeisenbanken (19 050).

Wenn aber nur ein Automat einer „fremden“ Bank in der Nähe ist, kann das ziemlich teuer werden - im Schnitt sieben Euro, wie die Verbraucherzentralen errechneten. Dabei erfährt der Kunde den genauen Aufschlag erst viel später auf seinem Kontoauszug.

Wofür werden die Gebühren erhoben?

Für die technische Abwicklung fallen nach Branchenangaben nur 63 Cent an. Doch ein Netz von Geldautomaten verursacht weitere Kosten: fürs Füllen mit neuen Scheinen, die technische Wartung der Geräte, die Sicherheits- und Überwachungstechnik im Vorraum einer Filiale. Institute mit vielen Automaten achten daher besonders darauf, ihre Kosten hereinzubekommen - bisher läuft dies über Interbankenentgelte zwischen den Geldhäusern. Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken verständigten sich darauf, dies durch ein neues Instrument zu ersetzen: ein „direktes Kundentgelt“, das als Euro-Betrag vor dem Abheben auf dem Monitor erscheint.

Was sagt das Kartellamt ?

Die Wettbewerbshüter halten das Kundenentgelt für besser als die interne Abrechnung, weil Kunden eine Bank damit praktisch abwählen können. Für eineinhalb Jahre schlug die Finanzbranche zunächst eine Obergrenze von fünf Euro vor. Diese Höhe ist aber nach Ansicht des Kartellamts noch immer „beachtlich“. Und es fehlten Anreize für die Institute, geringere Gebühren als die Obergrenze zu nehmen. Damit würden die Probleme der bisherigen Regelung nicht gelöst. Die Behörde droht nun mit Sanktionen.

Was wollen die Banken?

Die beiden Lager der Geldbranche ziehen gegensätzliche Schlüsse aus der Entscheidung des Kartellamts. Die privaten Banken machen sich für eine Obergrenze von „deutlich unter fünf Euro“ stark, etwa von zwei Euro. Das direkte Kundenentgelt am Automaten dürfte „aufgrund der bestehenden Verbundstrukturen“ den Wettbewerb dagegen kaum verbessern, argumentiert der Bundesverband deutscher Banken - das zielt auf die großen Netze der Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Die Sparkassen wollen dagegen lieber ohne feste Obergrenze auskommen und werben für das transparente direkte Kundenentgelt, das vor dem Abheben angezeigt wird.

Was macht die Politik?

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) erhöht den Druck. „Die derzeitigen Gebühren für das Fremdabheben sind völlig überzogen und grenzen an Abzocke“, schimpfte sie im „Handelsblatt“. Und wenn es nicht bald eine Einigung gebe, dürften sich die Institute nicht über kartellrechtliche Sanktionen wundern. Zwischenzeitlich hatte Aigner mit einer gesetzlichen Lösung gedroht - der Koalitionspartner FDP erneuerte dies jetzt. Den Banken sei die Möglichkeit zu einer freiwilligen Selbstverpflichtung gegeben worden, sagte Verbraucherexperte Erik Schweickert. „Leider haben die Banken es nicht fertiggebracht zu liefern.“

Von Marc-Oliver von Riegen und Sascha Meyer

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