Bankenforscher gegen größeren Rettungsschirm

Berlin - Bankenexperte Hans-Peter Burghof lehnt eine Vergrößerung des Euro-Rettungsschirms ab. Stattdessen sollte Europa zu alten finanzpolitischen Grundsätzen zurückkehren.

“Ich habe das Gefühl, das machen die Menschen nicht mehr mit. Das führt zu weit“, sagte der Professor der Universität Hohenheim am Montag im ZDF-“Morgenmagazin“. Der Rettungsschirm sei weder den Menschen in den zahlenden Ländern noch in den Empfänger-Staaten verständlich. “Das ist ein Luftballon, den die Politik da aufbläst, der äußerst gefährlich ist.“

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte nach einem Bericht von “Welt Online“ gefordert, den Rettungsschirm aufzustocken, möglicherweise sogar auf 1,5 Billionen Euro zu verdoppeln.

Die Schulden-Sünder der Euro-Länder im Ranking

Die Schuldensünder der Euro-Länder im Ranking

Wichtig ist Burghof zufolge hingegen, dass Europa zu alten finanzpolitischen Grundsätzen zurückkehrt: “Wir haben uns in Europa auf ein paar Prinzipien geeinigt und an denen sollten wir festhalten, weil das gute Prinzipien waren.“ Dazu zähle, dass jedes Land selbst für seinen Staatshaushalt verantwortlich sei. Zudem müsse die EZB wirklich unabhängig sein, um den Euro schützen zu können.

Mit Blick auf die Schuldenkrise etwa in Griechenland sagte Burghof: “Die Griechen können das so nicht bezahlen, dafür ist die Wirtschaft wahrscheinlich zu schwach.“ Zudem wolle die Bevölkerung die Last nicht bezahlen. “Und das heißt für eine Bank natürlich auch: Du musst so schnell wie möglich raus.“ Der Bankenforscher sprach sich für eine geordnete Umschuldung Griechenlands aus. Die Schulden sollten auf ein Niveau sinken, das Griechenland bezahlen könne.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bauern befürchten erhebliche Dürreschäden
Dass das Wetter mal nicht mitspielt, gehört für die Landwirte zum Berufsrisiko. In diesem Jahr sind die Folgen aber teils besonders hart und wirbeln auch die Einsätze …
Bauern befürchten erhebliche Dürreschäden
„Von dem Verzehr wird dringend abgeraten“: Riesiger Rückruf bei Aldi, Penny und Kaufland
Verbraucherschützer warnen: Salmonellen-Alarm bei Aldi, Penny und Kaufland und Co.! Welche Märkte und welche Produkte betroffen sind, erfahren Sie hier.
„Von dem Verzehr wird dringend abgeraten“: Riesiger Rückruf bei Aldi, Penny und Kaufland
Finanzexperten und Konzernchefs warnen vor Protektionismus
Der Handelsstreit zwischen den USA und großen Volkswirtschaften eskaliert weiter. Experten und Konzernchefs warnen eindringlich vor den Folgen eines sich weiter …
Finanzexperten und Konzernchefs warnen vor Protektionismus
Verbraucherschützer: Neues Reiserecht bringt auch Nachteile
Urlauber sollen bei Online-Buchungen künftig besser abgesichert sein. Das neue Reiserecht hat aus Sicht von Verbraucherschützern aber unerwünschte Nebenwirkungen. Auch …
Verbraucherschützer: Neues Reiserecht bringt auch Nachteile

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.