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Für Martin Blessing, Vorstandsvorsitzenden der Commerzbank, muss sich Italien "selbst helfen".

Banker unzufrieden mit italienischer Schuldenbewältigung

Frankfurt/Main - Führende europäische Bankchefs zeigen sich unzufrieden mit der italienischen Politik in der Schuldenkrise. Der Chef einer italienischen Großbank drängt die eigenen Regierung zu schnellerem Handeln.

Der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Martin Blessing, sagte am Dienstag in Frankfurt am Main, Italien sei - anders als Griechenland - “zu groß für einen Rettungsschirm“. Das Land müsse sich selbst helfen, “sonst gibt es keine Lösung“. Dafür geschehe aber zu wenig, kritisierte Blessing.

Der Chef der italienischen Großbank UniCredit, Federico Ghizzoni, erklärte, Italiens Wirtschaft dränge die Regierung zu schnellerem Handeln. Er befürwortete eine strengere Gangart gegen nachlässige EU-Staaten. “Um Europa weiter voranzutreiben, brauchen wir eine europäische Regierung“, sagte Ghizzoni. Sie müsse das Recht haben zu intervenieren, wenn ein Land sich nicht an Vereinbarungen halte.

Investitionen in Wachstum nötig

Ghizzoni versicherte allerdings zugleich, er glaube nicht an eine drohende Zahlungsunfähigkeit seines Landes. Italien sei ein reiches Land, das Verhältnis der Verschuldung zum Bruttoinlandsprodukt und des Gesamtvermögens zu den Schulden sei gut. Die Staatsschulden betrügen nur 23 Prozent des Vermögens der reichsten Familien in Italien.

Die Schuldenkrise im Euroland

Euro-Schuldenkrise - Eine Chronologie

“Italien muss und kann seine Probleme selbst lösen“, sagte Ghizzoni. Das Ziel, bis 2013 die Neuverschuldung auf Null zu senken, reiche aber nicht. Eigentliche Herausforderung sei es, Wachstum aufrechtzuerhalten. Nötig seien Investitionen - auch in Forschung. Das sei in den vergangenen fünf bis zehn Jahren vernachlässigt worden und sei der eigentliche Grund für die momentanen Probleme, erklärte der UniCredit-Vorstandsvorsitzende.

dapd

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