Bankgeschäfte ganz ohne Männer

- München - Frauen und Geld - eine schwierige Verbindung ? Astrid Hastreiter jedenfalls hat beobachtet, dass Frauen die Geldgeschäfte meist lieber ihren Männern überlassen und schwerer an Kredite kommen.

<P>Das sind nur zwei der Gründe, warum die 40-Jährige eine Finanzdienstleistung gegründet hat, die sich ausschließlich auf weibliches Klientel konzentriert. Am 18. November startet die "Frauenvermögensverwaltungs AG" in der Bothmerstraße in München mit einem Tag der offenen Tür. Das Unternehmen soll später zur "Frauenbank" ausgebaut werden - ein absolutes Novum in Deutschland. Die einen bezeichnen die Idee als "Blödsinn", die anderen sind begeistert. "Es ist ein Thema, das sehr polarisiert", so Hastreiter.<BR><BR>"Es gibt sehr viele Frauen, die sich eine andere Beratung wünschen als viele herkömmliche Banken abliefern", sagt die studierte Informatikerin. Bei "FrauenVermögen" sollen sich die Kundinnen nicht blind anvertrauen, sondern in Sachen Geld Selbstbewusstsein entwickeln und genau verstehen, was mit ihrem Geld passiert. Außerdem brauchen Frauen andere Altersvorsorgen, Anlageformen und Versicherungen, ist Hastreiter überzeugt. Schließlich unterscheiden sich ihre Lebensläufe meist sehr von denen der Männer, und einige Anbieter haben für Frauen teurere Tarife.<BR><BR>Mit etwa 15 Beraterinnen startet "FrauenVermögen" in München, angedacht sind aber noch weitere Anlaufstellen in anderen Städten. "Die Idee zieht", freut sich Hastreiter, deren Adress-Pool bereits rund 1000 Interessentinnen umfasst. Nachdem der erste Anlauf zur "Frauenbank" nicht geglückt ist, will Hastreiter das Unternehmen nun in kleinen Schritten voranbringen. Im Jahr 2001 hatte es zu lange gedauert, das für die Banklizenz nötige Eigenkapital zu sammeln. Jetzt wurde das Bankgeschäft kurzerhand in die Zukunft verschoben. Parallel zum Beratungsgeschäft werden nun Genussscheine ausgegeben und Kapitalgeber gesucht, um der Banklizenz näher zu kommen.<BR><BR>Das Angebot der "FrauenVermögen" ist dreigeteilt in aktuelle Analyse, Produktempfehlung und kontinuierliche Betreuung. Und noch etwas hat sich die studierte Informatikerin ausgedacht. Noch heuer startet ein Netzwerk mit Informations-Veranstaltungen und Newsletter. Am 24. November geht es los mit einem Vortrag, bei dem es unter anderem um die künftige Besteuerung von Lebensversicherungen geht.<BR></P>

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