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Das Gebäude von Donner & Reuschel in München versprüht die Aura, die Kunden von einer Privatbank erwarten.

Unternehmenskultur

Bank mit Herzblut-Gefühl

Vier Jahre nach der Fusion hat das Bankhaus Donner & Reuschel, mit Stammsitz in München und Hamburg, mit einer gemeinsamen Unternehmenskultur Fahrt aufgenommen und ist mit einem breiteren Angebot für vermögende Kunden deutlich gewachsen – ohne die Bodenständigkeit zu verlieren.

333 Tage – mehr Zeit hatten sich die Bankiers nicht gegeben, um eine der interessantesten Privatbanken-Fusionen der vergangenen Jahre mit Leben zu füllen. „Das war eine extreme Herausforderung“, erinnert sich Jürgen Heitzmann, Bereichsleiter Private Banking Süd beim Bankhaus Donner & Reuschel, an 2010, dem Jahr der Fusion. Schließlich ging es nicht nur darum, die Bankgeschäfte der Hamburger Traditionsbank Conrad Hinrich Donner mit der Münchner Reuschel & Co. Privatbankiers zusammenzuführen. Auch die mentalen Unterschiede und verschiedenen Bankkulturen galt es zu vereinen: bayerische Bodenständigkeit und hanseatische Kaufmannstugenden, konnte das harmonieren? Heuer kann Jürgen Heitzmann verkünden, dass das Experiment gelungen ist. „Es gibt ein neues Gefühl in der gesamten Bank.“

Das mag auch daran liegen, dass auf externe Berater und jahrelange Projekte verzichtet und die Standorte München und Hamburg beibehalten wurden. „Es macht außerdem viel aus, dass die Vorstände wechselweise in München und Hamburg präsent und damit nah bei Mitarbeitern und Kunden sind“, bekräftigt Jürgen Heitzmann. So ist in München das Herzblut- Gefühl geblieben, das die bayerischen Kunden für ihre ehemalige Reuschel-Bank seit vielen Jahren empfinden. „Ein Münchner geht zur Reuschel- Bank“ lautete der Slogan, mit dem die Bank 1966 als erste deutsche Bank im Rundfunk warb und der zum geflügelten Wort wurde.

Meisterte die Herausforderungen der Fusion: Jürgen Heitzmann.

Die Fusion der beiden Traditionsbanken hat Früchte getragen und dieLeistungsfähigkeit von Donner & Reuschel gesteigert. Jürgen Heitzmann macht das an verschiedenen Punkten deutlich. „Die Unternehmenskultur ist von langfristigem Denken geprägt – bei uns geht es nicht um schnelles Geld, wir wollen eine langfristige Kundenbeziehung über Generationen hinweg aufbauen und erhalten.“ Im Mittelpunkt der Beratung bei Donner & Reuschel steht nicht ein einzelnes Produkt, sondern ein Konzept, mit dem die Kunden ihre langfristigen Ziele erreichen können. In der Beratung wird der Status quo analysiert und geprüft, ob dieser in Einklang steht zu den Zielen und Erwartungen des Kunden. „Nur durch diesen sehr individuellen und umfassenden finanzplanerischen Ansatz kann sichergestellt werden, dass der Kunde auch wirklich das bekommt, was er braucht“, erläutert Jürgen Heitzmann.

Das Dienstleistungsangebot des Bankhauses ist breit aufgestellt: Anlageberatung, Vermögensverwaltung, Finanzierung und Vorsorge werden unter einem Dach angeboten. Als besondere Kernkompetenz hebt Heitzmann die Vermögensverwaltung hervor. In Zeiten niedriger Zinsen, die nicht einmal mehr den Realkapitalerhalt sichern, müssen Anleger höhere Risiken zum Beispiel in Form von Aktien eingehen. Dieses Risiko gilt es aktiv zu managen. „Hier haben wir einen sehr erfolgreichen Ansatz entwickelt, der es uns ermöglicht, schnell auf Marktgegebenheiten zu reagieren. So ist unser Kunde bei steigenden Märkten in Aktien investiert. Fallen die Märkte, verringern wir den Aktienanteil – gegebenenfalls bis auf null Prozent.“ Der Erfolg dieses Ansatzes wird belohnt, nach seinen Angaben ist das verwaltete Volumen an Kundengeldern (Assets under Management) kräftig gewachsen, auf mittlerweile rund zwölf Milliarden Euro.

In der Vermögensverwaltung liegt die Mindestanlage bei 250 000 Euro. Beraten werde auf hohem Niveau, betont Heitzmann und verweist auf die eigenen Finanzplaner. „Das haben nicht viele Privatbanken.“ Überhaupt setzt das Bankhaus auf die Kompetenz seiner Berater, allein am Standort München sind dies 130 an der Zahl, davon 90 im Private Banking. „Wir sind eine Privatbank mit Kernleistungen im Private Banking sowie für Unternehmer und deren Unternehmen.“

Hinter der Beratungsphilosophie steht auch eine neue Struktur, die mit der Bankenfusion in München und Hamburg Einzug hielt. Während andere Häuser gerne zwischen Private Banking und Wealth Management unterscheiden, sind das im Bankhaus keine getrennten Bereiche, sondern einer. Donner & Reuschel setzt auf eine langjährige Kundenbeziehung mit dem Berater. „Früher wurden die Berater gewechselt, wenn das Vermögen des Kunden einen bestimmten Bereich überschritten hatte – das möchten viele Kunden und Berater nicht. Deshalb fördern wir die langfristige Kunde-Berater- Beziehung“, unterstreicht Jürgen Heitzmann.

Die Kultur der unternehmerischen Freiheit trage zudem dazu bei, dass die Berater nur selten das Haus verlassen. Manche Berater sind schon seit Jahrzehnten im Haus, das macht sich bezahlt, ist Heitzmann überzeugt: „Vermögende Kunden suchen die Kompetenz und die erstklassige Beratung, vor allem im Anlagebereich.“ Das Bankhaus achtet deshalb darauf, dass die Berater genügend Zeit für die Kundengespräche haben. Auf einen Berater kommen, je nach Standort, zwischen 40 und 100 Kunden – eine Größenordnung, die dem Berater den nötigen Raum gibt, sich intensiv um seine Kunden zu kümmern.

José Macias

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