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Eine sichere Alternative zum guten alten Sparstrumpf: Banksparpläne mit flexiblen Zinsen.

Banksparpläne: Sichere Rendite ohne Risiko

In unsicheren Zeiten suchen viele Sparer nach sicheren Geldanlagen. Eine Sparmöglichkeit sind variabel verzinste Banksparpläne. Lesen Sie, was dabei zu beachten ist.

Eine Sparmöglichkeit für Sicherheitsbewusste sind variabel verzinste Banksparpläne. Kurseinbrüche und Wertverluste sind ausgeschlossen. Die Geldinstitute gewähren jährlich Zinsen, erheben keine Gebühren und versüßen längere Laufzeiten mit Bonuszahlungen. Bei langer Laufzeit sind aktuell bis zu vier Prozent Rendite möglich.

Keine Gebühren

Der Sparer überweist jeden Monat einen bestimmten Betrag an die Bank. Diese legt das Geld zu vereinbarten Konditionen an und zahlt am Ende der Laufzeit das gesamte Kapital plus Zinsen zurück. Die häufigste Variante sind Sparpläne mit flexiblem Grundzins und stetig steigenden Zinsboni. Dadurch wächst das Kapital im Lauf der Jahre immer schneller, vorausgesetzt, der Sparer bleibt bei der Stange. Laufzeiten von Banksparplänen sind unterschiedlich. Mittlere Anlagehorizonte reichen bis maximal acht Jahre. Für sicherheitsorientierte Anleger können aber auch zwanzig oder 25 Sparjahre empfehlenswert sein. Dann hebel steigende Zinsboni von Jahr zu Jahr die Rendite.

Ab 25 Euro im Monat

Ein Vorzug ist die geringe Sparrate. Die meisten Banken begnügen sich mit 25 Euro pro Monat, manche fordern 50 Euro. Zu niedrig sollte der Sparbeitrag aber nicht ausfallen, sonst bleibt das Endergebnis doch sehr bescheiden.

Steigende Zinsen

Bei Sparplänen mit flexiblem Basiszins überprüft die Bank regelmäßig die Zinshöhe, meist zweimal im Jahr, und passt sie der Marktlage an. In der aktuellen Niedrigzinsphase sind Anpassungen nach unten kaum noch zu befürchten. Im Gegenteil: Die meisten Finanzexperten erwarten steigende Inflationsraten und damit wachsende Zinsen. „Da sich die Rendite variabler Sparpläne an öffentlichen Referenzzinssätzen orientiert, führen Zinsanhebungen zwangsläufig zu Renditeverbesserungen“, sagt Georg Plötz von der Verbraucherzentrale Bayern. Steigt beispielsweise der Leitzins um drei Prozent, legen Sparpläne, die sich an diesem Zinssatz orientieren, entsprechend ihres Beteiligungsverhältnisses zu. Bonuszinsen sorgen für eine zusätzliche Rendite.

Komplizierte Formeln

Ein Kritikpunkt ist die Bestimmung des Basiszinses. Geldinstitute legen oft wenig bekannte Zinssätze zugrunde und verwenden komplizierte Berechnungsformeln. Außerdem mindern Abschläge den Basiszins. „Anleger sollten verschiedene Angebote prüfen und Sparpläne mit vergleichsweise hohem Grundzins bevorzugen“, rät Verbraucherschützer Plötz. Dadurch stimme die Rendite bereits in den Anfangsjahren und ein vorzeitiger Ausstieg beschert keine Zinsverluste. Ein Beispiel ist die Degussa Bank mit 2,5 Prozent Basiszins. Neben dem Basiszins zahlen flexible Sparpläne Bonuszinsen. Die Höhe der Boni bezieht sich entweder auf die jährliche Sparrate, auf die jährlichen Basiszinsen oder besteht aus festgelegten Geldprämien. Die Bonuszahlungen wachsen von Jahr zu Jahr an.

Jederzeit kündigen

Variable Sparpläne sind nach Ablauf von drei Monaten jederzeit kündbar. Dies ist nicht nur bei finanziellen Engpässen ein Vorteil, sondern auch in Hochzinsphasen. „Drohen die Zinsen zu fallen, lohnt der Umstieg auf einen festverzinsten Sparplan, da die hohen Zinsen dann langfristig festgeschrieben werden“, empfiehlt Plötz. Positiv: Bei vielen Instituten sind Sonderzahlungen und Verfügungen während der Laufzeit möglich.

Steuer drückt Rendite

Die jährlichen Zinseinnahmen unterliegen der 25-prozentigen Abgeltungssteuer, obwohl sie nicht ausgezahlt werden, sondern im Sparplan verbleiben. Wichtig ist deshalb, nicht ausgeschöpfte Sparerfreibeträge konsequent zu nutzen. Möglich ist es, bis zu 801 Euro pro Sparer an Zinseinkünften freizustellen. Für Sparverträge für Kinder kann man eine Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt beantragen.

Max Geissler

Mehr Informationen

Mehr zum Thema gibt es bis 9. Juli 2010 unter Fax-Abruf 0 90 01/25 26 65 52 40 (62 Cent/Minute). Gerät auf „Polling“ oder „Sendeabruf“ stellen, Nummer wählen und Start drücken. Kein Fax? Senden Sie einen mit 90 Cent frankierten Rückumschlag plus 1,45 Euro in Briefmarken unter dem Stichwort „Flexibler Banksparplan“ an: Versandservice, Lerchenstr. 8, 86938 Schondorf.

Was ein guter Sparplan bringen kann

Beispiele variabel verzinster Sparpläne:

-Die Degussa Bank bietet bei 20 Jahren Laufzeit und einem Basiszins von 2,5 Prozent eine Rendite von 3,98 Prozent. Aus 100 Euro im Monat werden in 20 Jahren 36 445 Euro.

-Die PSD-Bank München (2,10 Prozent Basiszins) kommt bei gleichen Bedingungen auf 3,51 Prozent und 34 605 Euro.

-Bei der Stadtsparkasse Augsburg (0,6 Prozent Basiszins /2,84 Prozent Rendite) sind es 32 210 Euro

-Die Postbank (0,25/2,81 Prozent) zahlt am Ende 32 096 Euro.

-Bei der Stadtsparkasse München (0,59/1,87 Prozent) hat der Sparer am Ende 29 085 Euro.

Zum Vergleich: Die Deutsche Bank bietet bei vier Jahren Laufzeit 2,00 Prozent Festzins, bei sieben Jahren 2,75 Prozent und bei zehn Jahren 3,25 Prozent, die Volkswagen Bank bei vier Jahren 2,25 Prozent.

Sparpläne mit fester Zinstreppe (dabei steigen die Zinsen nach einem von vornherein festgelegten Plan) kommen bei Laufzeiten zwischen sechs und zehn Jahren auf zwischen 2,28 bis 2,79 Prozent Rendite.

Quelle: Biallo

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