+
Ein Tankbehälter auf dem Werksgelände des Chemiekonzerns BASF. Foto: Uwe Anspach/Illustration

BASF setzt auf Forschung: Keine Angst vor Branchen-Fusionen

Knapp zwei Milliarden Euro gab BASF 2015 für Forschung und Entwicklung aus. Nun will der Chemieriese in diesem Bereich effizienter werden. Die anstehenden Fusionen von Konkurrenten fürchtet er nach eigenen Angaben nicht.

Ludwigshafen (dpa) - Der weltgrößte Chemiekonzern BASF will seine Forschung schneller und effizienter machen - mit mehr Kooperationen und einer Konzentration auf gewinnträchtige Projekte.

Der Wettbewerb nehme zu, Asien hole auf, sagte Vize-Vorstandschef Martin Brudermüller am Mittwoch in Ludwigshafen. In den anstehenden Rekordübernahmen und -fusionen der Branche sieht der Chemieriese keinen Nachteil für sich.

Mit Blick auf Forschung und Entwicklung sagte Brudermüller, die Frage sei, ob man genug aus den Ausgaben dafür heraushole. "Ich denke, es geht noch mehr." BASF wolle sich nun auf Projekte konzentrieren, die große Beiträge brächten. Deshalb definiere man Kompetenzen, die für Schlüsseltechnologien gebraucht würden, und überlege, wie man sie erweitern könne - oder was über Partnerschaften abzudecken sei. Projekte ohne Potenzial für BASF sollen nach höchstens einem Jahr gestoppt werden.

Zugleich sagte der Manager, es könne kein Automatismus sein, dass die Ausgaben für Forschung und Entwicklung immer stiegen. Wenn man effizienter werde, biete dies die Möglichkeit, "mehr Forschung zu machen mit dem gleichen Geld und nicht immer nur automatisch zu erhöhen". Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen in den vergangenen Jahren bei der BASF im Schnitt um fünf Prozent (2015: 1,95 Milliarden Euro).

Angesichts der Milliarden-Offerte des Konkurrenten Bayer für den US-Saatgut- und Pflanzenschutzspezialisten Monsanto sagte Brudermüller, das Pflanzenschutzgeschäft der BASF sei "auch ohne Übernahmen groß genug".

Die Verträge mit Monsanto würden auch bei einer Übernahme durch Bayer weiter eingehalten. BASF kooperiert seit 2007 mit dem US-Unternehmen. Auch die Übernahme des Schweizer Agrochemiekonzerns Syngenta durch den chinesischen Konkurrenten ChemChina ändere nichts für BASF. Bayer hatte 62 Milliarden US-Dollar (55 Milliarden Euro) für Monsanto geboten. Nachdem das Monsanto-Management die Offerte als zu niedrig zurückgewiesen hatte, wird nun über einen Preisaufschlag spekuliert.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Allianz-Deutschland-Chef wirft Handtuch
Turbulenzen bei der Allianz: Ein überraschender Rücktritt überlagert die Botschaft, die der Versicherer eigentlich an die Öffentlichkeit bringen will.
Allianz-Deutschland-Chef wirft Handtuch
Dax kaum verändert - Warten auf US-Notenbank
Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich fürs Stillhalten entschieden. Vor den mit Spannung erwarteten Aussagen der US-Notenbank (Fed) zur …
Dax kaum verändert - Warten auf US-Notenbank
Niederlande erwarten hohes Wirtschaftswachstum
Den Haag (dpa) - Die Niederlande erwarten ein starkes Wirtschaftswachstum von 3,3 Prozent in diesem Jahr und 2,5 Prozent 2018. Die Entwicklung der Wirtschaft und der …
Niederlande erwarten hohes Wirtschaftswachstum
USA-Leistungsbilanz mit größtem Minus seit Ende 2008
Washington (dpa) - Das Defizit in der US-Leistungsbilanz ist im zweiten Quartal höher als erwartet ausgefallen. Der Fehlbetrag habe 123,1 Milliarden US-Dollar (102,7 Mrd …
USA-Leistungsbilanz mit größtem Minus seit Ende 2008

Kommentare