Basic verklagt Großaktionär

München - Die Münchner Bio-Supermarktkette Basic kommt nicht zur Ruhe. Das Unternehmen hat gegen seinen Großaktionär und ehemaligen Vorstand Johann Priemeier Strafanzeige gestellt, wie eine Sprecherin gestern bestätigte. Zudem habe man eine Schadensersatzklage eingereicht.

Nach Darstellung der Münchner hat die Schwarz-Gruppe, zu der der Discounter Lidl gehört, bei ihrem Einstieg im vergangenen Jahr zwei unterschiedliche Preise für Basic-Anteile bezahlt. Für Anteile, die Priemeier zuzuordnen waren, wurde demnach doppelt so viel überwiesen wie für Anteile, die der Basic AG gehörten. Der Verdacht: Schwarz hat sich die Fürsprache des damaligen Managers mit dem Aufschlag für dessen Aktien erkauft.

Dem widerspricht Priemeier. Er rechtfertigt den höheren Preis für seine Anteile damit, dass Schwarz nur mit diesen die Mehrheit an der Basic GmbH erhielt - einer Gesellschaft, die als Träger eines Teils der Basic-AG-Anteile diente. Es handele sich um einen "Paketzuschlag". "Es wird versucht, einen Korruptionsskandal daraus zu stricken. Aber da kommt nichts raus. Ich sehe das relaxed. Ich kann mich dem jederzeit stellen", sagte Priemeier dieser Zeitung.

Auch die Schwarz-Gruppe wies die Vorwürfe zurück: "Jede Andeutung, dass die Schwarz-Gruppe mit einem höheren Kaufpreis (...) das Wohlwollen von Herrn Priemeier erwirken wollte, trifft nicht zu."

Vom Einstieg der mächtigen Schwarz-Gruppe hatte sich Basic rasantes Wachstum erhofft. Insbesondere Priemeier galt als Verfechter dieser Strategie. Tatsächlich brachen die Umsätze des Unternehmens infolge der Schwarz-Beteiligung aber drastisch ein. Basic verschrieb sich wieder moderatem Wachstum, Priemeier musste sein Vorstandsamt aufgeben und Schwarz verkündete, sich von seinen Anteilen trennen zu wollen.

Diese soll nun die Schweizer Asi Nature Holding übernehmen. Dazu ist eine Stellungnahme des Basic-Aufsichtsrats nötig, die noch aussteht. "Ich hoffe, dass es in den nächsten Tagen Klarheit geben wird", sagte Asi-Verwaltungsrat Stuart Robinson. Zuletzt wurde gemutmaßt, Priemeier wolle mit Asi wieder die Macht bei Basic übernehmen. "Wir setzen auf eine konstruktive Zukunft", sagte Robinson dazu.

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