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Krankenversicherung

Mit Basistarif bis zu 300 Euro sparen

Alle Bundesbürger müssen seit Jahresbeginn krankenversichert sein. Wer sich vor den Kosten drücken möchte, zahlt später enorm drauf. Der Basistarif kann sich auch für Rentner und Privatversicherte lohnen.

Wer zu den etwa 100 000 Menschen in Deutschland gehört, die nicht unter den Schutz der gesetzlichen Kassen fallen und sich privat absichern müssen, steht unter Zeitdruck. Wer ab Februar in den neuen Basistarif der Privaten einsteigt, ganz gleich bei welcher Versicherung, muss für jeden verpassten Monat nachzahlen. Nur bis Ende Januar war der Basistarif noch ohne Zuschlag zu bekommen.

Je später der Einstieg, desto höher der Zuschlag: Zuerst ist jeweils ein voller Monatsbeitrag in Höhe von aktuell knapp 570 Euro fällig, nach einem halben Jahr dann ein Sechstel für jeden nichtversicherten Monat. Da können schnell ein paar tausend Euro zusammenkommen. „Es soll nicht mehr sein, dass etwa ein Selbstständiger ganz ohne Absicherung lebt“, sagt Heidemarie Krause-Böhm von der Verbraucherzentrale Bayern. Eine Kontrolle der neuen Versicherungspflicht gibt es zwar nicht. Doch spätestens, wenn ein Nichtversicherter schwer erkrankt und behandelt werden muss, fliegt er auf.

Anfragen zum Basistarif häufen sich

Der neue Basistarif scheint aber auch für viele der 8,3 Millionen bereits privat Krankenversicherten verlockend zu sein. Bei den meisten Verbraucherzentralen und beim Bund der Versicherten (BdV) häufen sich derzeit die Anfragen von Bürgern, denen die Privatpolice zu teuer wird. Die meisten Privatpatienten, speziell Rentner, müssen seit Jahresbeginn spürbar höhere Beiträge verkraften. Sind in einem Tarif nur noch ältere Kunden mit mehr Krankheitskosten versichert, können die Prämien drastisch steigen.

So mancher Betroffene könne mit einem Wechsel in den brancheneinheitlichen Basistarif womöglich 200 bis 300 Euro im Monat sparen, weiß Jens Trittmacher vom BdV. Vor allem Ältere zahlen oft 800 Euro und mehr für ihre Privatpolice.

Wer eine Alternative sucht, sollte aber nicht überhastet umsteigen. Sparwillige haben Zeit, sich bis Ende Juni zu überlegen, ob der neue Basistarif tatsächlich günstiger für sie ist. Neu ist auch: Wer diese Lösung bei einem anderen Anbieter festzurrt, darf jetzt einen Teil seiner Altersrückstellungen mitnehmen.

Privater Basistarif ohne Vorab-Check

Grundsätzlich sieht der vom Gesetzgeber vorgeschriebene, private Basistarif eine Absicherung ohne Gesundheitsprüfung vor. Was Umfang und Art der Leistungen angeht, muss er mit der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar sein, wie der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) betont. „Der Basistarif bietet mehr als private Standardtarife“, sagt Trittmacher vom BdV.

Er darf auch nicht mehr kosten als der Höchstbeitrag für eine gesetzliche Krankenkasse, also derzeit knapp 570 Euro im Monat. Die Höhe ist nicht abhängig vom Einkommen, sondern richtet sich nach Geschlecht und Eintrittsalter. Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse wegen Vorerkrankungen darf es nicht geben. Damit könnte der Basistarif auch interessant für freiwillig versicherte Kassenpatienten sein, die gern Privatstatus hätten, aber wegen Knieschäden oder anderen Problemen keinen oder nur einen sehr teuren Vertrag bekämen. Kann der Versicherte nachweislich den Basistarif-Beitrag nicht aufbringen, hat er als Hilfsbedürftiger die Möglichkeit, auf Antrag nur mit der halben Prämie zur Kasse gebeten zu werden.

Versicherung darf niemanden ablehnen

Verbraucherschützerin Krause-Böhm rät Wechselwilligen dazu, einen Umstieg genau zu planen. Zuerst müsse immer eine günstigere Alternative beim eigenen Versicherer ausgelotet werden, eventuell auch eine höhere Selbstbeteiligung, die die Prämie drückt. „Im Einzelfall kann der neue Basistarif tatsächlich eine Alternative sein, pauschal lässt sich das aber nicht sagen“, betont die Fachfrau.

Wer innerhalb der eigenen Gesellschaft darauf umsteigt, kann die Altersrückstellung voll mitnehmen. Beim Wechsel zur Konkurrenz geht das nur zum Teil. Womöglich rechnet sich der neue Tarif dann nicht mehr.

Wichtig für Nicht-Versicherte: Bei welcher Gesellschaft der Basistarif abgeschlossen wird, ist frei wählbar. Jeder Versicherer muss die neue Absicherung anbieten und darf Interessenten nicht ablehnen.

Von Berrit Gräber

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