Bau-Arbeitgeber: Mindestlöhne "massenhaft unterschritten"

Frankfurt/Main - Massive Verstöße gegen die Mindestlohn- Vorschrift in der Baubranche beklagen die Arbeitgeber. Der vereinbarte Mindestlohn werde "massenhaft unterschritten", sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Hans- Hartwig Loewenstein, der "Frankfurter Rundschau" (Montag).

"Wir schätzen, dass bis zu 150 000 Bau-Beschäftigte keinen Mindestlohn erhalten." Den Behörden gelinge es kaum, die Verstöße einzudämmen. Um Kontrollen zu erleichtern, streben die Arbeitgeber laut Loewenstein tarifliche Regeln an. Denkbar sei etwa, Berufskleidung mit einem speziellen Emblem einzuführen, damit legal Beschäftigte sofort zu erkennen sind. Voraussetzung sei die Zustimmung der Belegschaft.

Dennoch habe die Lohn-Untergrenze am Bau positive Effekte, sagte Loewenstein. Ohne die Regelung "würden noch mehr Menschen aus Osteuropa zu sehr niedrigen Löhnen auf deutschen Baustellen arbeiten." Das Baugewerbe ist eine der wenigen Branchen in Deutschland mit einem allgemeinverbindlichen Mindestlohn. Diesen müssen auch nicht tarifgebundene Unternehmen zahlen. Zudem gilt der "Lohn der Baustelle": Arbeitnehmer aus dem Osten, die auf einer Baustelle im Westen arbeiten, bekommen den Mindestlohn West.

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