Baubranche hofft auf Schub durch Energiesparen

- München - Leer stehende Büros, miese Zahlungsmoral ihrer Kunden und anhaltend schwache Nachfrage lassen die Bauwirtschaft nach Auswegen suchen. Mit Energiesparen sollen Hausbesitzer und Industrie nun verstärkt in die Modernisierung gelockt werden.Die seit Jahren Not leidenden deutsche Bauindustrie setzt auf Energiesparen und Altbausanierung. "Energie sparendes Bauen ist die Chance für die Branche", sagte Uni-Professor Gerhard Hausladen im Vorfeld der Messe Bau 2005 in München.

Das gelte nicht nur für den heimischen Markt angesichts schwindender Ölreserven und steigender Energiepreise. Auch die Industrie wittert hier einen Ausweg aus der Krise. Denn schon heute tragen Sanierung und Modernisierung mit 115 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland über die Hälfte des jährlichen Bauvolumens. <BR><BR>In Deutschland gibt es 38,5 Millionen Wohnungen, von denen 85 Prozent vor 1990 gebaut wurden, sagte der Geschäftsführer der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Karl Robl. Minimal betrage der daraus ableitbare Sanierungsbedarf 364 Milliarden Euro. Diese Summe müsse zumindest teilweise über Schwerpunkte wie Energiesparen in die leeren Auftragsbücher heimischer Baufirmen gelenkt werden.<BR><BR>Denn auch 2004 ging es am Bau allgemein bergab, wenn auch mit verringerten Schrumpfungsraten. "Wir gehen vom Sturzflug zum Gleitflug über", beschrieb Robl die Lage. Insgesamt sind die heimischen Bauinvestitionen nach Berechnungen seines Verbands voriges Jahr um 1,5 auf 207 Milliarden Euro gesunken. 2003 war das Minus doch gut doppelt so hoch. Dieses Jahr dürfte der Bau nochmals rund ein Prozent auf 205 Milliarden Euro Umsatz verlieren, schätzte Robl. Das führe zu einem anhaltenden Stellenabbau. 2004 waren hier zu Lande am Bau im Schnitt 2,25 Millionen Menschen beschäftigt, was einen Abbau von 62 000 Stellen branchenweit bedeute. Dieses Jahr würden allein im Bauhauptgewerbe voraussichtlich nochmals 20 000 bis 25 000 Arbeitsplätze gekappt.<BR><BR>Ein Ende der branchenweiten Talfahrt komme wohl frühestens 2006, hoffte Robl. Die aktuelle Lage am Bau geht vor allem auf eine schrumpfende Nachfrage der öffentlichen Hand und mangelnde Aufträge aus der Industrie zurück.

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